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Anstoß für ein neues Leben

Mit der Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ der Sepp-Herberger-Stiftung und der Bundesagentur für Arbeit sollen jugendliche Gefangene motiviert werden, sich sportlich zu engagieren. Darüber hinaus werden sie dabei unterstützt, ihren Platz auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu finden sowie weitere Hürden auf dem Weg zurück in die Gesellschaft zu nehmen. Aktuell haben sich in Schleswig-Holstein alle Kooperationspartner auf eine Weiterführung des erfolgreichen Projekts verständigt und die entsprechende Verlängerung erneut unterzeichnet. Umgesetzt wird die Initiative vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) und weiteren Institutionen. „Ich danke allen Kooperationspartnern, dass wir die jugendlichen Gefangenen mit diesem erfolgreichen Konzept bei ihrer Wiedereingliederung gemeinsam unterstützen. Im Sport werden Werte wie Respekt und Toleranz vermittelt, aber auch der Umgang mit Siegen und Niederlagen. All dies hilft Jugendlichen auf ihrem Weg in ein möglichst straffreies Leben“, erklärte Justizminister Claus Christian Claussen, dessen Haus das Projekt unterstützt.

Auch Schleswig-Holsteins Innen- und Sportministerin Sabine Sütterlin-Waack freut sich, dass die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden kann: „Das ist so eine gute und wichtige Initiative. Spielerisch lernen alle Teilnehmer, wie sie gemeinsam etwas erreichen und sich persönlich weiterentwickeln können. Ich danke den Verantwortlichen der Sepp-Herberger-Stiftung und allen Beteiligten von ganzem Herzen, dass sie dieses Projekt weiter fortsetzen und ich bin froh, dass wir es weiter unterstützen können.“

Dirk Janotta, DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der DFB-Stiftung Sepp Herberger, erklärte: „Gemeinsam mit starken Partnern bemühen wir uns im Rahmen der Resozialisierungsinitiative Anstoß für ein neues Leben darum, mit den Jugendstrafgefangenen während der Haft eine Perspektive für die Zeit danach zu erarbeiten. Wir wollen zusammen die Jugendlichen aktiv dabei unterstützen, die Zeit ihrer Inhaftierung zu nutzen, um das Leben nach der Haft vorzubereiten. Dabei vermitteln wir unter anderem Kontakte zu Fußballvereinen und fördern Ausbildungen für ehrenamtliche Tätigkeiten. Wir freuen uns sehr, dass wir zusammen mit dem Ministerium für Justiz, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein, der Bundesagentur für Arbeit, dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband und den weiteren Kooperationspartnern auch in den nächsten Jahren die Anstoß-Initiative in der Jugendanstalt Schleswig umsetzen werden.“

Uwe Döring, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, teilte die Freude an der Fortsetzung des Projekts: „Obwohl wir im vergangenen Jahr nicht alles in gewünschter Weise umsetzen konnten, haben wir seit dem Projektbeginn schon viel bewegt. Der Fußball mit seiner Anziehungskraft, seinem etablierten Regelsystem und seinem Fokus auf dem Teamgedanken kann gerade für junge Strafgefangene ein Stabilitätsanker auf dem Weg zurück in die Gesellschaft sein.“

Kirsten Lemke, Geschäftsführerin Berufsbildungszentrum Schleswig, lenkte den Blick auf Gemeinsamkeiten zwischen dem Sport Fußball und dem erzieherischen Auftrag im Jugendstrafvollzug: „Jugendliche Straftäter, deren bisherige Karriere eher von Adjektiven wie maßlos, eigensüchtig, gewalttätig beschrieben war, werden durch den Fußball auf den Eintritt in eine Mehrheitsgesellschaft begleitet, die bestimmt ist durch Diszipliniertheit, Fairness und Gemeinsinn. Übers Spiel ins Spiel.“

Hans-Martin Rump, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Flensburg, betonte: „Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, Zielstrebigkeit, aber auch Teamgeist sind Kompetenzen, die im Sport, aber auch in der Berufswelt Bedeutung haben. Entscheidet sich ein Jugendlicher nach der Haftzeit, einem Fußballverein beizutreten, kann er wertvolle Kontakte knüpfen, die bei der Integration in die Arbeitswelt helfen. Die Agentur für Arbeit Flensburg unterstützt den Anstoß für ein neues Leben deshalb gern.“