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Vereinbarkeit von Beruf und Familie als große Herausforderung für Polizistinnen

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages am 8. März bekräftigt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihre Forderung nach Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen. Gerade in Pandemiezeiten habe sich insbesondere für Frauen die Arbeit massiv erschwert, erklärte die GdP-Bundesfrauengruppe am Freitag in Berlin. Laut des Sozioökonomischen Panels des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) verrichteten Frauen während des ersten Lockdowns in Deutschland täglich im Schnitt 10,4 Stunden Sorgearbeit. Die Frauen in der Polizei seien besonders betroffen, betonte GdP-Bundesfrauenvorsitzende Erika Krause-Schöne. „Präsenzzeiten im Dienst mit der Problematik und der Suche nach einer adäquaten Kinderbetreuung, Homeoffice in Verbindung mit Homeschooling und Kinderbetreuung – das ist nur ein kleiner Teil der Probleme, denen unsere Kolleginnen seit einem Jahr ausgesetzt sind“, erklärte sie.

Die durchschnittliche Erwerbsarbeitszeit von Frauen sei im Zuge der Corona-Pandemie stärker gesunken als die von Männern. Dadurch habe sich die schon vorher bestehende Lücke noch weiter vergrößert. Das zeige die jüngste Erwerbspersonenbefragung der Hans-Böckler-Stiftung vom vergangenen November.

„Es gilt zu verhindern, dass die Krise zu einem Rollback der Geschlechterrollen führt. Umso wichtiger ist es, eine starke Gewerkschaft im Rücken zu haben“, sagte Elke Gündner-Ede, Mitglied im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand.

Generell sollten künftig alle politischen Planungen, Vorhaben und Finanzentscheidungen daraufhin geprüft werden, ob sie die Gleichstellung von Männern und Frauen vorantreiben. „Die Ziele sind klar: Eine geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit mit Arbeitszeiten, die Frauen und Männer im Lebensverlauf die gleichen Chancen eröffnen, erwerbstätig zu sein und Verantwortung für Familien und Hausarbeit zu übernehmen, mehr Frauen in Führungspositionen und bessere Einkommen in frauendominierten Berufen“, so die beiden Gewerkschafterinnen.

Erstmals fand der Weltfrauentag im März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. 110 Jahre später müssten Frauen immer noch die Gleichberechtigung einfordern, kritisierten die GdP-Frauen.