Massive Kürzungen bei der Fortbildung gefährden erfolgreiche Kripo-Arbeit

8. März 2021 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Nach Informationen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) plant das Düsseldorfer Innenministerium massive Kürzungen bei der Fortbildung für die Kriminalpolizei. Statt zwölf Wochen soll die Einführungsfortbildung, die alle Polizisten durchlaufen, wenn sie zur Kripo wechseln, auf acht Wochen reduziert werden. Ein Teil der Kenntnisse, die die angehenden Kripobeamten für ihre Arbeit brauchen, soll ihnen in Zukunft erst zu einem späteren Zeitpunkt vermittelt werden.
Die GdP sieht durch die geplanten Kürzungen die Erfolge, die die Polizei in den letzten Jahren bei der Kriminalitätsbekämpfung erzielt hat, gefährdet. „Dass wir in den vergangenen Jahren weniger Wohnungseinbrüchen hatten und deutlich mehr Fälle von Kindesmissbrauch aufgedeckt haben, hat viel damit zu tun, dass wir für die Verfolgung dieser Delikte nicht nur mehr Kripobeamte bereitgestellt haben, sondern auch neue, erfolgreiche Ermittlungskonzepte entwickelt haben. Diese Erfolge sind gefährdet, wenn uns in Zukunft die Ermittler ausgehen, weil wir nicht mehr in die Kripo-Fortbildung investieren“, warnt der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Maatz.

Der Handlungsbedarf wird auch dadurch verschärft, dass in den kommenden Jahren ein Großteil der erfahren Kripobeamten in Ruhestand geht. Ihr Erfahrungswissen muss weitergegeben werden. Statt der geplanten Kürzungen fordert die GdP deshalb den Ausbau des Fortbildungsangebots für die Kriminalpolizei.

„Wer heute zur Kripo kommt, muss oft Monate warten, bevor er endlich an der Einführungsfortbildung teilnehmen kann. Das ist absolut indiskutabel“, betont der Kripo-Experte der GdP. „Statt die Einführungsfortbildung zusammenzustreichen, muss das Innenministerium endlich genügend Ressourcen zur Verfügung stellen, damit alle Polizisten an der Einführungsfortbildung teilnehmen können, sobald sie zur Kripo kommen“, sagt Maatz.

Darüber hinaus fordert die GdP, dass für die Kripo neben der Einführungsfortbildung ein verpflichtendes Weiterbildungsangebot eingeführt wird. „Bislang gibt es das nur für einzelne Deliktbereiche, etwa für die Wirtschaftskriminalität und die Organisierte Kriminalität, nicht aber für alle Kripo-Beamten. Das reicht aber nicht: Technik und Methoden der kriminalpolitischen Sachbearbeitung unterliegen einem rasanten Wandel. Wer bei der Kripo arbeitet, muss deshalb spätestens alle fünf Jahre an einem verpflichtenden Auffrischungskurs teilnehmen, um mit den neuen Methoden vertraut zu werden“, betont Maatz. „Zudem müssen verstärkt neue Lernmethoden Eingang in die Kripo-Fortbildung finden.“