Innenminister Maier und Landespfarrer Heinecke ziehen positive Bilanz nach 2 Jahren psychosozialer und seelsorgerlicher Notfallversorgung

19. Februar 2021 | Themenbereich: Polizei, Thüringen | Drucken

Verkehrsunfälle mit Todesfolge, Tod im häuslichen Bereich oder ein Suizid stellen für Angehörige, Hinterbliebene, Zeugen oder Einsatzkräfte eine große Belastung dar. Großschadenslagen wie der Amoklauf am Erfurter Gutenberggymnasium von 2002, das Unglück der Loveparade in Duisburg von 2010, der Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin 2016 oder der Busunfall in Berka vor dem Hainich 2020 haben deutlich gezeigt, wie wichtig psychosoziale Versorgungsangebote für Betroffene und Einsatzkräfte sind.
Minister Maier und Pfarrer Heinecke

Aus diesem Grund haben die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales (TMIK) im Jahr 2019 eine Landeszentralstelle für PSNV eingerichtet und damit das Landespfarramt für Polizei- und Notfallseelsorge erweitert. Die Schnittstelle für eine organisations- und behördenübergreifende Zusammenarbeit hat sich etabliert und soll nun mit den Erfahrungen der vergangenen 2 Jahre weiterentwickelt werden.

„Langfristiges Ziel ist es, die psychosoziale Notfallversorgung zu einem leistungsfähigen, integralen Bestandteil der polizeilichen und nicht polizeilichen Gefahrenabwehr in Thüringen zu entwickeln. Die Betreuung von Notfallopfern, Angehörigen und Einsatzkräften gehört mittlerweile zum Versorgungsstandard. Nur mit einem funktionierenden, landesweiten System können wir die Menschen in belastenden Lebenssituationen unterstützen“, so Georg Maier.

„Mit der wachsenden Komplexität der Einsatzlagen, wächst ebenso der Anspruch an eine enge Verzahnung aller Akteure. Hierzu gehören die Stärkung von Strukturen und Netzwerken, zeitgemäße und an die aktuellen Entwicklungen angepasste Handlungskonzepte und die damit verbundene Aus- und Weiterbildung“, hält Landespfarrer Jochen M. Heinecke fest.

Die Landeszentralstelle PSNV in Thüringen steht seit dem 01. Januar 2019 als Ansprech- und Netzwerkpartnerin für Fragen und Belange der psychosozialen Notfallversorgung zur Verfügung. Die Kooperation zwischen der EKM und dem TMIK ist mit einer hauptamtlichen Stelle an das Referat 24 für Brandschutz, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung im TMIK angebunden. Die Landeszentralstelle PSNV ist unter psnv@tmik.thueringen.de sowie 0361 57 331 3753 zu erreichen.