Corona-Pandemie: THW seit einem Jahr im Einsatz

2. Februar 2021 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Am 2. Februar 2020 begann einer der bisher größten Einsätze in der Geschichte des Technischen Hilfswerks (THW): Mehr als 11.000 THW-Einsatzkräfte waren bisher während der Corona-Pandemie mit mehr 700.000 Stunden im Einsatz – umgerechnet etwa 80 Jahre. Von der Umsetzung der zentralen Logistik von Schutzausstattung für Bundesbehörden über das Einrichten von Impfzentren bis zum simplen Spuckschutz in Bürgerbüros, das THW war und ist umfangreich gefordert und das in ganz Deutschland.

„Es ist eine herausfordernde Zeit – in der es dem THW gelingt, sich den stetig veränderten Einsatzaufgaben anzupassen. Ich danke allen THW-Kräften für ihren unermüdlichen Einsatz insbesondere aber auch den Familien, Freunden sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die die Einsätze unserer Helferinnen und Helfer in dieser besonderen Lage überhaupt erst ermöglichen“, fasst THW-Präsident Gerd Friedsam das vergangene Jahr zusammen. Seit Februar 2020 richteten die ehrenamtlichen THW-Helferinnen und -Helfer innerhalb kürzester Zeit für Länder, Städte und Kommunen mobile Teststellen ein, bauten Behelfskrankenhäuser, transportierten Proben und berieten Krisenstäbe fachlich. Es folgten Aufgaben wie die Umsetzung von mobilen Waschbecken für Schulen, Spuckschutzwände für Bürgerbüros oder Schleusen für Seniorenheime. Aktuell bildet der Aufbau von Corona-Impfzentren die zentrale Aufgabe. Zusätzlich unterstützen THW-Kräfte Gesundheitsämter, indem sie Infektionsketten nachverfolgen.

Seit Jahren stärkt das THW seine Kompetenzen im Bereich der Logistik. In der Pandemie konnte das THW seine Fähigkeiten breit einsetzen. Von Beginn an übernahm das THW zentrale Logistikaufgaben für die Bundesverwaltung sowie auf regionaler und kommunaler Ebene. Für die Logistikaufgaben der Bundesbehörden wurde die „Zentrale Koordinierungsinstanz Logistik“ (zKiL) eingerichtet, die mehr als 1.660 Lieferungen und rund 10.190 Paletten Material abwickelte. Dabei lieferte das THW über 2.288 Tonnen Material – dies entspricht einem Gewicht von circa 1.630 Autos – an Bedarfsträger aus. Insgesamt transportierten THW-Kräfte in rund 295.000 Stunden dringend benötigte Schutzmaterialien und Desinfektionsmittel durch das ganze Land.

Zukünftig wird das THW vier große Logistikzentren einrichten, die auch zur Lagerung von Schutzmaterialien für die Corona-Pandemie dienen sollen.

THW-Kräfte waren nicht nur im Einsatz gefordert, sondern auch beim alltäglichen Leben im Ortsverband. In der Ausbildung musste das THW umdenken und die Abläufe unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen anpassen. Diese Herausforderungen meisterte das THW, indem Dienste phasenweise in kleineren Gruppen oder Aus- und Fortbildungen digital stattfanden. „Der Zusammenhalt der Ehrenamtlichen blieb trotz der Sicherheitsmaßnahmen bestehen, auch die Anzahl neuer Helferinnen und Helfer blieb stabil“, erläutert Gerd Friedsam.