Polizeiverantwortliche müssen alte Denkblockaden und Misstrauen überwinden

21. Januar 2021 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) appelliert an die Verantwortlichen innerhalb der Polizei in Bund und Ländern, das Möglichste für den Infektionsschutz der rund 330.000 Polizeibeschäftigten hierzulande zu unternehmen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen versehen angesichts hoher Infektionszahlen tagtäglich ihren Dienst. Der unmittelbare Kontakt mit den Bürgern stellt dabei in jeder Situation eine ernstzunehmende Gefahr für ihre Gesundheit dar. Deshalb gilt es nach den eindringlichen Worten des Bundespräsidenten, auch in der Polizei mobiles Arbeiten weitestgehend möglich zu machen“, forderte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek am Donnerstag in Berlin.
Um die Infektionsgefahr der Polizistinnen und Polizisten, Verwaltungsbeamtinnen und -beamten sowie der Tarifangestellten zu minimieren seien im Interesse einer garantierten Einsatzbereitschaft gleichermaßen unkomplizierte wie intelligente Maßnahmen notwendig, verdeutlichte der GdP-Vize. Als Beispiele nannte der Gewerkschafter neben dem Ausbau mobilen Arbeitens die Nutzung von Bereitschaften von zu Hause aus, jedoch mit der vollen Anrechnung der Wochenarbeitszeit. Auch Dienstzeiten könnten entzerrt werden.

Während die Wirtschaft längst dynamische Lösungen für ihre Beschäftigten auf den Weg gebracht habe, komme der öffentlichen Dienst, insbesondere die Polizei, nur sehr langsam voran. Es sei an der Zeit, sich von althergebrachten Sichtweisen zu trennen und Denkblockaden zu überwinden, betonte Radek. Scharf kritisierte er in diesem Zusammenhang das immer noch bei einigen anzutreffende Misstrauen gegenüber den Polizeibeschäftigten bei häuslicher Bereitschaftszeit. „Wenn unsere Kolleginnen und Kollegen innerhalb kurzer Zeit bei notwendigen Einsatzlagen in den Dienststellen sein können, ist die Einsatzfähigkeit gewährleistet“, so der GdP-Vize. „Zugleich werden die Belastungen der Einsatzkräfte nach fast einem Pandemiejahr etwas reduziert sowie ihre Gesundheit und die ihrer Familien gestärkt.“