Neues Präventionskonzept „Sicher in Glaubensgemeinschaften“

6. Januar 2021 | Themenbereich: Aktuell, Baden-Württemberg | Drucken

In enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex) hat das Landeskriminalamt das Präventionsprogramm „Sicher in Glaubensgemeinschaften“ entwickelt. Neben der tatsächlichen Sicherheitslage steht auch das Sicherheitsgefühl von Glaubensgemeinschaften im Vordergrund.

„Wir müssen uns jeder Form von Extremismus mit aller Kraft entgegenstellen. Daher verstärken wir kontinuierlich unsere zielgerichteten Präventionsmaßnahmen und schaffen hierdurch ein effektives Netzwerk in der Gesellschaft gegen Extremismus, denn Vorsorge ist besser als Nachsorge. Mit dem Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) verfügen wir über eine kompetente Zentralstelle für die Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich der Extremismusprävention. Auch die Beratung von ausstiegswilligen Extremistinnen und Extremisten und deren sozialen Umfeld gehört zum Aufgabenspektrum“, betont der Stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl.

Gemeinsam entwickeltes Präventionsprogramm

In enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum hat das Landeskriminalamt Baden-Württemberg nun das Präventionsprogramm „Sicher in Glaubensgemeinschaften“ entwickelt. Das Konzept vermittelt konkrete Verhaltenstipps und –hinweise für Mitglieder von Glaubensgemeinschaften bei verdächtigen Wahrnehmungen. Darüber hinaus werden praxisnahe Hinweise vermittelt, wie Veranstaltungen vor dem Hintergrund möglicher Gefahren durch religiöse oder politisch motivierte Kriminalität organisiert und sicher durchgeführt werden können.

„Baden-Württemberg ist bei der Prävention sowie der Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus seit Jahren sehr, sehr gut aufgestellt. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund jüngster Terroranschläge gehört eine permanente Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung bestehender Konzepte dazu. Bei „Sicher in Glaubensgemeinschaften“ ist es unser Ziel Handlungssicherheit zu vermitteln, damit sich Glaubensgemeinschaften im Dialog mit der Polizei besser auf mögliche extremistische Bedrohungen vorbereiten können“, so Innenminister Strobl.

Ergänzung zu bisherigen Maßnahmen

Aktuell wurde ein Konzept für jüdische und muslimische Glaubensgemeinschaften fertig gestellt. Dieses steht ab sofort bei Bedarf, moderiert durch speziell geschulte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der regionalen Polizeipräsidien, zur Verfügung. Angebote für weitere Religionsgemeinschaften werden folgen.

“Nach den Attentaten in Halle und Hanau hat die Polizei ihre Schutzkonzepte für Glaubensgemeinschaften weiter verstärkt. Trotzdem stellen wir fest, dass insbesondere bei Bürgerinnen und Bürgern jüdischen und muslimischen Glaubens Verunsicherung besteht. Mit unserem neuen Konzept ergänzen wir unsere vielfältigen Sicherheitsmaßnahmen, um auch die gefühlte Sicherheit der Menschen in Baden-Württemberg weiter zu stärken“, so Innenminister Thomas Strobl weiter.
Polizei ist kompetenter Ansprechpartner

Allen Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg stehen kompetente polizeiliche Ansprechpartner für einen vertrauensvollen Sicherheitsdialog zur Verfügung. In einem zielgerichteten Austausch vor Ort lassen sich gemeinsam passgenaue, an konkreten Rahmenbedingungen orientierte Maßnahmen und Sicherheitskonzepte entwickeln und weiter fortführen.