Cybersicherheit für Unternehmen zunehmend wichtiger

7. Dezember 2020 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Rheinland-Pfalz | Drucken

Unternehmen sehen sich wachsenden Gefahren gegenüber, Opfer von Attacken über das Internet zu werden: Cyberangriffe legen Kliniken teilweise lahm, blockieren die IT von Unternehmen und zweigen Kundendaten von Stadtwerken ab, auch in Rheinland-Pfalz.

„Das Thema Cybersicherheit für Unternehmen gewinnt erheblich an Bedeutung, weil die Angriffe regelmäßig zu erheblichen Störungen im Betriebsablauf führen und wirtschaftliche Schäden verursachen“, sagte Innenminister Roger Lewentz bei der Vorstellung von Maßnahmen zur Verbesserung der Cybersicherheit. Öffentlich geworden sind unter anderem Cyberangriffe auf die Firmen „Canyon Bicycles“ in Koblenz oder auch die Technischen Werke in Ludwigshafen.

„Die Gefahr, die durch Cyberangriffe unseren rheinland-pfälzischen Unternehmen, aber auch der Landesverwaltung droht, darf nicht unterschätzt werden“, so Lewentz. Sie gehe von Kriminellen aus, die aus finanzieller Motivlage handelten oder aus Zerstörungswut, aber auch von nachrichtendienstlichen Akteuren im Bereich der Cyberspionage, betonte der Minister. Zu potentiellen Geschädigten zählten nicht nur die großen Unternehmen, sondern gerade auch kleinere und mittelständige Betriebe.

Allzu oft haben Täter leichtes Spiel, wenn die IT-Infrastruktur nicht ausreichend geschützt und bereits bekannte Schwachstellen in den Systemen ausgenutzt werden können. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind potentielle Angriffsziele. Täter versuchten, deren „digitale Identität“ zu übernehmen und darüber in die Unternehmens-IT einzudringen.

Innenminister Lewentz appelliert daher auch an die Eigenverantwortung der Unternehmen, in ausreichende IT-Sicherheit zu investieren und betonte: „Wer Geld für die eigene IT-Sicherheit spart, tut dies an der falschen Stelle. Die Schäden, die durch erfolgreiche Cyberangriffe entstehen, übersteigen schnell die ursprünglichen Ausgaben für eine bessere IT-Sicherheit.“

Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des Landeskriminalamtes und der Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz beraten Unternehmen in Rheinland-Pfalz im Vorfeld, um Cyberangriffe möglichst zu verhindern. Die Firmen erhalten Warnhinweise und werden im Falle eines Cyberangriffs bei der Bewältigung unterstützt.

Werden Cyberangriffe dennoch erfolgreich durchgeführt und liegt ihnen ein strafbares Handeln zugrunde, schalten sich Polizei und Staatsanwaltschaft ein. Die Strafverfolgungsbehörden sind auch bei dieser Art von Kriminalität handlungsfähig und Täter dürfen sich nicht zu sicher sein.