Motorrad-Saison 2020 mit historischem Tiefstand

28. November 2020 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

Während der Motorrad-Saison 2020 sind insgesamt 62 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer auf baden-württembergischen Straßen ums Leben gekommen. Da jeder getöte Biker einer zu viel ist, wird die Polizei Baden-Württemberg auch im Jahr 2021 ihre Arbeit im Bereich Motorrad fortsetzen und den Kontrolldruck hoch halten.

„62 Bikerinnen und Biker sind von März bis Ende Oktober 2020 auf den Straßen Baden-Württembergs bei Unfällen ums Leben gekommen. Dies ist ein sehr deutlicher Rückgang um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der beste Wert seit Einführung der amtlichen Unfallstatistik im Jahr 1953. Gleichzeitig hat die Polizei den Kontrolldruck spürbar erhöht und mehr als 4.000 Personenstunden in Motorradkontrollen investiert. Das sind rund ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum und so viel wie seit 2015 nicht mehr – und das, obwohl die Polizei aufgrund der Corona-Pandemie stark beansprucht war und ist“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl bei der Vorstellung der Unfallzahlen der Motorrad-Saison 2020.

Die Anzahl der schwerverletzten Motorradnutzer liegt mit rund 1.200 Unfallopfern etwa auf Vorjahresniveau, ebenso wie die der leichtverletzten Motorradfahrerinnen und -fahrer (knapp 2.300 Unfallopfer). Mit rund 4.100 registrierten Motorrad-Unfällen hat die Gesamtanzahl der Unfälle auch in diesem Jahr erneut abgenommen (minus 6,5 Prozent). „Sorgenvoll stimmt mich, dass mehr als drei Viertel der tödlichen Unfälle von den Motorradfahrerinnen und -fahrern selbst verursacht wurden. Zu schnelles Fahren bleibt dabei bei zwei Drittel der Unfälle die häufigste Ursache“, betonte Innenminister Thomas Strobl.

6.200 Verkehrsverstöße bei Kontrollen festgestellt

Bei den Kontrollen sind knapp 6.200 Verkehrsverstöße festgestellt worden. Die meisten Beanstandungen waren hierbei Geschwindigkeitsverstöße (47 Prozent). „Einen neuen Höchststand erreichten die Beanstandungen auf Grund technischer Mängel mit über 1.700 Verstößen (plus neun Prozent). Das zeigt, dass die Kontrollkräfte auch stets den technischen Zustand und die Lärmproblematik fest im Blick haben“, verdeutlichte Innenminister Thomas Strobl.

Passend hierzu kann das Kompetenzteam Motorrad der Polizei Baden-Württemberg dieses Jahr auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Im Kompetenzteam wird das Spezialwissen der Zweirad-Experten aller Dienststellen und Einrichtungen der Polizei rund um technische Manipulationen an Motorrädern gebündelt. Diese geben ihr Wissen an die Kolleginnen und Kollegen in ihren Dienststellen weiter und unterstützen bei entsprechenden Kontrollen.

130 Präventionsveranstaltungen während Motorradsaison 2020

Auch der Prävention kam eine wichtige Rolle zu. In dieser Saison wurden rund 130 Präventionsveranstaltungen für Biker durchgeführt – trotz der Einschränkungen durch die Pandemie. „Mein Dank gilt an dieser Stelle unseren Partnern von der Landesverkehrswacht, dem ADAC, dem Fahrlehrerverband sowie dem TÜV SÜD. Egal ob mit kostenlosen Gutscheinen für Fahrsicherheitstrainings oder durch die Einbindung in unsere Präventionsteams, alle leisten einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Motorradfahrerinnen und -fahrer“, sagte Minister Thomas Strobl.

„Die Entwicklung bei den Motorradunfällen geht in die richtige Richtung. Trotzdem ist jeder getötete Biker einer zu viel. Wir behalten unsere Schwerpunktsetzung im Bereich Motorrad auch 2021 bei und halten den Kontrolldruck hoch – es geht um die Sicherheit, es geht um Menschenleben im Straßenverkehr. Die Vision Zero, ein Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte, ist der Leitgedanke der Verkehrssicherheit in ganz Europa! Oberstes Ziel ist es, Menschenleben im Straßenverkehr zu schützen. Und so lassen wir die Verkehrssicherheitsarbeit auch künftig nicht schleifen. Wir verfolgen – trotz der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona Pandemie – zur Sicherheit der Motorradfahrerinnen und –fahrer unseren 5-Punkte-Plan konsequent weiter“, schloss Innenminister Thomas Strobl.

Der Fünf-Punkte Plan

Überwachungsoffensive – Raser und Lärm stoppen
Prävention „Ü50“ – Gefahrenbewusstsein schaffen
Gutes Equipment – Motorrad und Ausrüstung checken
Offensive Öffentlichkeitsarbeit – Verkehrsteilnehmer erreichen
Sicherer Verkehrsraum – Strecken entschärfen