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Neue Internetseite zur vertraulichen Spurensicherung geht zum Tag gegen Gewalt an Frauen online

Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen hat Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack auf die Bedeutung der vertraulichen Spurensicherung hingewiesen. Zum 25. November 2020 geht dazu eine neue Internetseite online. Die vertrauliche Spurensicherung gibt Opfern von sexueller und/oder häuslicher Gewalt die Möglichkeit, die erhobenen Befunde und Daten fachgerecht und gerichtsverwertbar bis zum Zeitpunkt der Verjährung zu lagern, um ein beweissicheres Strafverfahren auch zu einem späteren Zeitpunkt zu gewährleisten.

“”Aus unterschiedlichsten Gründen stellen Betroffene sexueller und/oder häuslicher Gewalt unmittelbar nach der Tat häufig keine Strafanzeige. Mit der vertraulichen Spurensicherung ermöglichen wir im Rahmen des Selbstbestimmungsrechtes von Opfern die kostenfreie ärztliche Sicherung von Tatspuren, ohne dass eine Strafanzeige gestellt werden muss. Allein im Jahr 2019 haben an den Standorten Kiel, Lübeck und Hamburg insgesamt 269 Betroffene davon Gebrauch gemacht””, sagte Sütterlin-Waack heute (24. November 2020) in Kiel. Sie hoffe, dass die neue Internetseite noch mehr Betroffene darin bestärken werde, das Angebot zu nutzen.

Die Ministerin betonte, dass dieses Angebot selbstverständlich geschlechterunabhängig gelte. Unter den 269 Betroffenen im vergangenen Jahr seien 75 Frauen und 80 Mädchen sowie 49 Männer und 65 Jungen gewesen. Besonders wichtig sei dabei die enge Vernetzung mit verschiedenen Hilfsangeboten, darunter Opferberatungsstellen und Frauenhäuser.

“”Wer auch immer Opfer häuslicher und/oder sexueller Gewalt wird, der ist in Schleswig-Holstein nicht auf sich allein gestellt. Hilfe ist da, auf Wunsch vertraulich. Ich kann den Betroffenen wirklich nur ans Herz legen, diesen Angeboten zu vertrauen””, sagte die Ministerin.

Die Untersuchungen finden flächendeckend im Land durch die jeweilige Rechtsmedizin selbst, oder durch sog. Partnerkliniken statt. Das UKSH (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein) übernimmt diese Aufgabe für die kreisfreien Städte Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie die Kreise Ostholstein, Plön, Rendsburg-Eckernförde, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Das Uni-Klinikum Eppendorf (kurz UKE) übernimmt diese Aufgabe für die Kreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum-Lauenburg.