Nach Millionen-Coup – Kripo-Gewerkschaft fordert Professionalisierung und Neuaufstellung beim Zoll

15. November 2020 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die Nachricht über den spektakulären Einbruch in das Zollgebäude in Emmerich am 01. November und den Millionen-Coup ist derzeit in aller Munde. Sie führt vor allem zu einer Frage, nämlich wie es dazu kommen konnte. Die Umstände sind nicht nur dubios, sondern auch peinlich für die Zollverwaltung. Auch ist dieser Einbruch kein Einzelfall. So haben Anfang des Jahres Unbekannte aus der Asservatenkammer des Berliner Hauptzollamts in Hohenschönhausen rund 5,2 Millionen beschlagnahmte, unversteuerte Zigaretten gestohlen, was 26.000 handelsüblichen Stangen mit einem Gesamtgewicht von 3,4 Tonnen entspricht.

s scheint, dass die allgemeine Gefährdungsbeurteilung innerhalb des Zolls dringend überprüft werden müsste. Dabei geht es nicht nur um die Lagerung von Wertgegenständen und Barmitteln. Der Zoll verfügt auch über zahlreiche Lagerstätten von Führungs- und Einsatzmitteln. Falls diese genauso defizitär wie die Räumlichkeiten in Emmerich gesichert sind, könnte daraus eine latente Gefahr für die öffentliche Sicherheit entstehen.

Seit Jahren fordert der BDK eine Neujustierung der Kriminalitätsbekämpfung des Zolls und eine Annährung an kriminalpolizeiliche Standards von BKA und Bundespolizei. Nach unserer Einschätzung gehört diese dringend auf den Prüfstand, bzw. aus dem BMF herausgelöst. Die Umstände des aktuellen Einbruchs beim Zoll deuten darauf hin, dass nicht nur die Sicherheitstechnik einer Grundsanierung bedarf.