COPS- Ein E-Learning-Programm zur Überbringung von Todesnachrichten, Suizidprävention und Stressbewältigung im Polizeiberuf

10. November 2020 | Themenbereich: Cop2Cop-Partner, Weiterbildung | Drucken

Polizisten und Polizistinnen sind in ihrem Berufsalltag einer Vielzahl von Belastungen
ausgesetzt. Dazu zählt beispielweise die Konfrontation mit Gewalt, fehlende
Anerkennung und belastende Einsätze sowie auch das Überbringen von
Todesnachrichten. Solche Einsätze können langfristige Auswirkungen auf die physische
und psychische Gesundheit haben und nicht selten zu Dienstunfähigkeit und
Frühberentung führen.

Psychische Belastungen im Polizeiberuf

Aus dem Gesundheitsbericht der Polizei geht hervor, dass Polizeibeamte und –
beamtinnen jährlich 50 krankheitsbedingte Fehltage aufweisen, Tendenz steigend.
Andere Berufe liegen mit 15 Krankheitstagen deutlich darunter. Auch das Suizidrisiko
innerhalb der Polizei ist im Vergleich zu der Normalbevölkerung doppelt so hoch, wobei
75% der Suizide unter Polizisten und Polizistinnen mit der eigenen Dienstwaffe begangen
werden. Neben den berufsbedingten Belastungen spielt auch der Umgang mit diesen
eine bedeutende Rolle. Zwar gibt es vielerorts psychosoziale Angebote speziell für
Beamte und Beamtinnen des Polizeidiensts, jedoch werden diese vergleichsweise wenig
in Anspruch genommen. Zu groß ist häufig die Angst vor negativen Konsequenzen für
die Karriere, vor Benachteiligungen durch Vorgesetzte oder, vor allem bei
Berufseinsteiger/-innen, auch die Angst, nicht verbeamtet zu werden. Hinzu kommt die
Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen unter Kollegen und Kolleginnen, welche
häufig als größtes Hindernis für die Inanspruchnahme von Unterstützung genannt wird.
Aus einer Befragung der Medical School Berlin unter Polizisten und Polizistinnen geht
hervor, dass sich 82% eine Nachsorge nach belastenden Einsätzen wünschen, diese
jedoch bei mehr als der Hälfte der befragten Personen nicht angeboten wird. 56%
berichten zudem bei Belastung keine Gesprächs- oder Unterstützungsangebote
anzunehmen aus Angst vor Stigmatisierung oder negativen Auswirkungen auf die
Karriere.

COPS-Ein E-Learning-Programm für Polizistinnen und Polizisten

Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um den steigenden Fehltagen und der
Belastung innerhalb der Polizei entgegenzuwirken? Im Rahmen einer Studie der Medical
School Berlin wurde unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Birgit Wagner das Projekt
„COPS“ entwickelt. COPS ist ein kostenloses E-Learning-Programm für Polizisten und
Polizistinnen. Das Programm besteht aus drei Modulen: 1) das Überbringen von
Todesnachrichten, 2) der Umgang mit suizidalen Personen und 3) die eigene
Stressbewältigung im Polizeiberuf. Die Module beinhalten unter anderem konkrete
Handlungsabläufe, psychologisches Hintergrundwissen zu Trauerreaktionen, Suizidalität
und Stressbelastung, Strategien zum Umgang und zur Kommunikation mit
verschiedenen Personengruppen sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen
Belastung und hilfreiche Strategien zur Stressbewältigung. Das Programm ist kostenlos
und kann von den Teilnehmenden in beliebiger Geschwindigkeit durchlaufen werden. Am
Ende erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat.
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit des Programms zu überprüfen. Hier finden Sie alle
Informationen sowie die Anmeldung zu dem Programm: www.cops-praevention.de

Kontakt:
Laura Hofmann
Medical School Berlin
Rüdesheimer Straße 50
14197 Berlin
Tel: +49 176 20572621
E-Mail: laura.hofmann@medicalschool-berlin.de
Website: www.cops-praevention.de