Bayerische Justiz digitalisiert zweites Staatsexamen

30. Oktober 2020 | Themenbereich: Bayern, Justiz | Drucken

Bayerns angehende Juristinnen und Juristen können die Klausuren der Zweiten Juristischen Staatsprüfung künftig am Laptop schreiben, statt wie bisher handschriftlich mit Stift und Papier. Voraussichtlich ab 2023/2024 ist die Einführung des E-Examens auf der Grundlage eines vom Landesjustizprüfungsamt erarbeiteten Konzepts geplant. Für eine Übergangsphase wird den Prüflingen ein Wahlrecht zwischen elektronischer und handschriftlicher Anfertigung eingeräumt. Justizminister Georg Eisenreich: “Die fortschreitende Digitalisierung verändert auch die Berufswelt der Juristen. Das handschriftliche Verfassen längerer Texte kommt praktisch nicht mehr vor. Deshalb sollen unsere Rechtsreferendare die Klausuren künftig am Laptop schreiben können.”

Die Vorbereitungen für das E-Examen laufen. Der Zeitplan:

Einheitliche Laptops und die dazugehörige spezielle Prüfungssoftware sollen durch einen Dienstleister zur Verfügung gestellt werden. Das Ausschreibungsverfahren soll ab 2021 starten.
Ab 2022 soll zunächst die zwei Jahre dauernde Referendarausbildung auf digitale Übungsklausuren umgestellt werden.
So können sich die ersten Referendarjahrgänge optimal auf ihr E-Examen und den Echtbetrieb ab 2023/2024 vorbereiten.

In der Zweiten Juristischen Staatsprüfung müssen in Bayern derzeit an elf aufeinanderfolgenden Werktagen Klausuren mit einer Bearbeitungsdauer von jeweils fünf Stunden handschriftlich angefertigt werden.

Justizminister Eisenreich: “Wir wissen, dass sich viele Rechtsreferendare die Möglichkeit wünschen, ihre Klausuren am Laptop schreiben zu können. Das handschriftliche Schreiben längerer Texte wird von jungen Menschen als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Die digitale Texterstellung ermöglicht es – wie im späteren Beruf – bereits geschriebene Passagen während der Bearbeitung schnell und unkompliziert umzuformulieren. Auch die Korrektur der Klausuren wird durch die bessere Lesbarkeit deutlich erleichtert werden.”