GdP zu geplanten Atommülltransport: Transport unter Pandemiebedingungen aussetzen

29. Oktober 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor dem Hintergrund erheblicher Hygienekonzeptprobleme ihre Forderung nach Absage des geplanten Castor-Atommülltransports aus dem britischen Sellafield ins hessische Zwischenlager Biblis bekräftigt. „Aus unserer Sicht ist es nicht vereinbar, dass in Pandemiezeiten Anfang November ein Nukleartransport von der Polizei quer durch Deutschland begleitet werden soll. Wie sollen denn gleichzeitig zehntausende Polizistinnen und Polizisten die Corona-Auflagen und den Gesundheitsschutz mit Präsenz stärker durchsetzen?“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Berlin.

Für den Transport zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keinen zwingenden Grund, und die Rahmenbedingungen hätten sich gegenüber die Frühjahr verschlechtert, erklärte Radek und fügte hinzu: „Die Kräfte, die wir in diesem Einsatz haben werden, werden wir dann nicht für den Infektionsschutz abstellen können.” Das Ansteckungsrisiko für die Kollegen erhöhe sich zudem noch einmal drastisch.

Diese Position wird ausdrücklich auch von dem GdP-Landesvorsitzenden aus Hessen, Andreas Grün, und dem GdP-Landesvorsitzenden aus Niedersachsen, Dietmar Schilff, unterstützt. In Hessen sind derzeit Hunderte von Polizeikräften für die Maßnahmen rund um den Bau der A 49 eingesetzt und in Niedersachsen müssen Hunderte von Polizeikräften die Einhaltung der Corona-Vorgaben überprüfen. „Die Verantwortlichkeit liegt eindeutig bei der Bundesregierung, die offensichtlich trotz Interventionen aus der Polizei und der Politik an dem Transport festhalten will“, so Grün und Schilff.