SKiD – “Sicherheit und Kriminalität in Deutschland” – langjährige BDK-Forderung umgesetzt

26. Oktober 2020 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Seit vielen Jahren schon fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter die Einführung von periodischen Sicherheitsberichten die abbilden, wie groß die Dunkelfelder einzelner Kriminalitätsbereiche sind. Sicherheitsberichte, in denen die Lage der Opfer dargestellt wird, aus denen hervorgeht, was perspektivisch in der Prävention getan werden muss und die Aussagen dazu zu treffen, wie das Kriminalitätsgeschehen heute und vor allem in der Zukunft aussieht.

Am 19.10.2020 startete das BKA, mit Unterstützung des Umfrageinstituts infas und in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Polizeien aller 16 Bundesländer die Bund-Länder-Dunkelfeldbefragung “Sicherheit und Kriminalität in Deutschland” (SKiD) und begann damit die ersten von insgesamt 120.000 Anschreiben an zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger im gesamten Bundesgebiet zu versenden. Inhalt ist die Ankündigung der nachfolgend im November durchgeführten postalischen Bevölkerungsbefragung, welche von nun an zukünftig in einem Zweijahresrhythmus stattfinden soll.

Die Polizei erhält durch die Studie die große Chance, in den direkten Kontakt mit den Menschen zu treten, ihre Meinung zu Kriminalität, Sicherheitsempfinden, Opferwerdung oder zu ihrer grundsätzlichen Wahrnehmung und Bewertung der polizeilicher Arbeit zu erfragen und so dann auch an Dunkelfelddaten zu gelangen, die bisher nirgendwo erfasst worden sind. Die Rückmeldungen über Stimmungslage, Befürchtungen, Ängste und andere Probleme der Bürgerinnen und Bürger sind ein wichtiger Baustein für die Schwerpunktsetzungen der zukünftigen polizeilichen Arbeit und unabdingbar für ein positives Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land.

Deutschland ist mit dem Start dieser Bevölkerungsbefragung bei Weitem nicht Vorreiter im europäischen Kontext. Eine Vielzahl unserer europäischen Nachbarländer führt bereits seit mehreren Jahren solche Dunkelfeldbefragungen durch.

Wir als BDK begrüßen und unterstützen das Bemühen seitens der IMK und des Arbeitskreises „Öffentliche Sicherheit“ ausdrücklich, denn Deutschland darf den internationalen Anschluss in Sachen Kriminalitätsbekämpfung nicht verlieren und muss gerade auch in Anbetracht der ständig wachsenden kriminalpolitischen Herausforderungen handlungsfähig bleiben.