Sport im Justizvollzug

21. Oktober 2020 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

 

 

Sport im Justizvollzug hat viele Funktionen: Er dient nicht nur als sinnvolle Freizeitbeschäftigung und zur Erhaltung der Gesundheit – sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Resozialisierung.

Seit Jahren unterstützt der Landessportbund Niedersachsen die Ausbildung der Sportlehrerinnen und Sportlehrer im Justizvollzug. Diese Kooperation haben das Niedersächsische Justizministerium und der Landessportbund nunmehr vertieft und verbindliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit festgelegt. Eine Vereinbarung hierüber haben der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe und die Niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza heute bei einem Besuch in der JVA Sehnde unterzeichnet.

Das Niedersächsische Justizministerium hatte zuvor das bestehende Sport-Rahmenkonzept im Justizvollzug weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt dieser Entwicklung sind Angebote an die in ihren Bedürfnissen zum Teil recht unterschiedlichen Gefangenen. Zum Beispiel gibt es speziellen Gesundheitssport für suchtmittelabhängige oder physisch eingeschränkte Gefangene.

Um die Weiterentwicklung des Sportkonzepts bestens in die Praxis umzusetzen und Sportübungen adäquat anleiten zu können, ist eine qualifizierte Übungsleiterausbildung („C-Lizenz Breitensport“) für die Bediensteten der Anstalten wichtig. Eine solche Ausbildung verlangt die Teilnahme an einem Grund- und Aufbaulehrgang, sowie an einem Spezialblocklehrgang mit insgesamt 120 Lerneinheiten zu 45 Minuten. Die Inhalte richten sich nach den Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der Landessportbund unterstützt den Justizvollzug hierbei maßgeblich und übernimmt die Ausbildung der Übungsleiterinnen und Übungsleiter.

Justizministerin Barbara Havliza dankte dem Landessportbund: „Mit der hervorragenden Unterstützung durch den Landessportbund können wir in unseren Anstalten eine große Programmvielfalt anbieten. Das ist schon deshalb wichtig, damit die Sportangebote ganz unterschiedliche Zielgruppen in einer Justizvollzugsanstalt erreichen. Sport ist nicht nur gesund und baut Aggressionen ab – wer sich „sportlich“ verhält, lernt auch soziale Kompetenz und damit viel für die Resozialisierung.“

Der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe freut sich über die vertiefte Kooperation:

„Der LSB engagiert sich im Rahmen seiner sozialen Arbeit auch für Menschen im Strafvollzug, damit auch sie während der Haftzeit qualifizierte Sportangebote wahrnehmen können. Ob Göttingen, Wolfenbüttel, Sehnde, Oldenburg oder Wilhelmshaven: Sport ist sehr oft eine tragfähige Brücke zwischen drinnen und draußen. Zudem ist Sport auch ein wichtiger Bildungsfaktor für Menschen aller Altersstufen. Der LSB stellt deshalb gern sein Knowhow für die Zusammenarbeit zur Verfügung und freut sich auf weitere Jahre einer für die Menschen und die Gesellschaft gewinnbringenden Zusammenarbeit – die seit 1980 besteht.“