Justizminister Eisenreich führt “Traunsteiner Modell” bei der Staatsanwaltschaft Amberg ein

15. Oktober 2020 | Themenbereich: Bayern, Justiz | Drucken

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich zur Einführung des sog. “Traunsteiner Modells” bei der Staatsanwaltschaft Amberg: “Die bayerische Justiz ist im Kampf gegen organisierte Kriminalität bereits gut aufgestellt. Durch unsere neue Spezialabteilung in Amberg erhöhen wir die Schlagkraft gegen international agierende Schleuser, Drogen- und Waffenhändler sowie Callcenter-Betrüger noch weiter.”

Organisierte Kriminalität macht nicht an den Ländergrenzen halt. Der Minister: “Hier setzen wir mit unserem ‘Traunsteiner Modell’ an: Wir richten international vernetzte und personell verstärkte Spezialabteilungen bei den grenznahen Staatsanwaltschaften ein.” Die erste Spezialabteilung zur noch effektiveren Bekämpfung grenzüberschreitender organisierter Kriminalität wurde im August 2018 bei der Staatsanwaltschaft Traunstein eingerichtet. Die Staatsanwaltschaft Amberg ist nach Landshut, Kempten, Regensburg und Memmingen nun die sechste bayerische Staatsanwaltschaft, bei der das Modell eingeführt wird.

Die neue Spezialabteilung in Amberg wird mit einem Oberstaatsanwalt, zwei Gruppenleitern und vier Staatsanwälten im Eingangsamt besetzt sein. Hierzu der Minister: “In Amberg haben wir durch Umstrukturierung und personelle Verstärkung eine schlagkräftige Spezialeinheit geschaffen. Die siebenköpfige Abteilung wird nicht nur eng mit den benachbarten Staatsanwaltschaften, sondern insbesondere auch mit den tschechischen Polizei- und Justizbehörden sowie mit Eurojust und Europol zusammenarbeiten. Insbesondere gelingt die Zusammenarbeit über das gemeinsame Polizei- und Zollzentrum Petrovice-Schwandorf hervorragend.”

Das “Traunsteiner Modell” ist Teil eines Gesamtkonzepts zur Bekämpfung organisierter Kriminalität, zu dem auch die Zentralstelle zur Koordinierung der Vermögensabschöpfung bei der Generalstaatsanwaltschaft München gehört.
Der Minister: “Mit der Vermögensabschöpfung setzen wir dort an, wo es den Tätern besonders weh tut: bei der Tatbeute. Verbrechen darf sich nicht lohnen. Daher ist es entscheidend, dass die Erträge aus Straftaten konsequent abgeschöpft werden. Zwischen der neuen Spezialabteilung und der Zentralstelle zur Koordinierung der Vermögensabschöpfung in München besteht bereits enger Kontakt, um genau das zu gewährleisten.”

Abschließend dankt der Minister dem Leitenden Oberstaatsanwalt in Amberg Diesch: “Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit bei der Einführung des ‘Traunsteiner Modells’ in Amberg. Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich weiterhin viel Erfolg bei den Ermittlungen.”