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Symposium zum Thema Rechtsextremismus

Debatten über Chatgruppen bei der Polizei, in denen rechtsextremes und menschenverachtendes Gedankengut ausgetauscht wird, sog. Racial Profiling und wissenschaftliche Studien zu Einstellungsmustern dominieren derzeit den öffentlichen Diskurs. Die Auseinandersetzung mit der wachsenden Gefahr eines sich verdichtenden Netzwerks rechter Gruppierungen und der zunehmenden Akzeptanz rechtspopulistischer Haltungen stellt unsere Gesellschaft vor eine Herausforderung, deren Bewältigung nicht alleine Aufgabe der Sicherheitsbehörden sein kann. Nicht erst seit der Aufdeckung des NSU, der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, dem Anschlag in Halle und dem Auffinden rechter Chatgruppen innerhalb der Polizei sollte uns bewusst sein, dass gewaltbereiter Rechtsextremismus ein Bedrohungsszenario darstellt, dem wir uns sowohl gesellschaftspolitisch als auch mit einem behördenübergreifenden Ansatz entgegen stellen müssen.

Mit dem Symposium wollen wir uns zunächst einer Bestandsaufnahme der aktuellen Erkenntnislage widmen, um dann die Bekämpfungsstrategien der Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendienste darzustellen. Neben einer wissenschaftlichen Analyse rechtspopulistischer Bewegungen und rechtsextremer Gruppierungen werden wir uns vertiefend mit den Möglichkeiten und Anforderungen der Prävention befassen und abschließend eine kritische Betrachtung der aktuellen Strategien im “Kampf gegen rechts” wagen.

Gäste des von der Kripo Akademie am 2. und 3. November 2020 in Bergisch Gladbach veranstalteten Symposiums sind unter anderem:

– Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden
– Dr. Peter Frank, Generalbundesanwalt
– Jürgen Ebner, stellvertretender Direktor von Europol
– Prof. Dr. Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie,
Jugendstrafrecht und Strafvollzug, Universität Gießen
– Stefan Kramer, Präsident des Amtes für Verfassungsschutz
Thüringen
– Olaf Sundermeyer, ARD-Investigativjournalist beim Rundfunk
Berlin-Brandenburg
– Mehmet Daimagüler, Autor, Opferanwalt im NSU-Prozess