Polizei braucht mehr IT-Spezialisten

1. Oktober 2020 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die heute vorgelegten Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zum Bereich Cybercrime zeigen nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) eine besorgniserregende Entwicklung. So sind die Fälle im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 100.514 gestiegen.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Der Schaden durch Cyberangriffe ist hoch. Allein der Wirtschaft entstand 2019 ein Schaden von über 100 Milliarden Euro. Hinzu kommen Delikte im Netz, die konkret Leib und Leben von Menschen bedrohen, wie die zunehmende Zahl der Fälle von Kinderpornographie belegen. Hier wird das Internet als Tatmittel benutzt. Die Täterseite im Bereich Cybercrime arbeitet immer organisierter, arbeitsteiliger und professioneller – und das grenzüberschreitend.

Wir als Deutsche Polizeigewerkschaft fordern deshalb, verstärkt IT-Spezialisten bei der Polizei auf Bund- und Länderebene einzustellen. Das BKA ist dazu jüngst einen wichtigen Schritt gegangen: Künftig sollen jährlich Cyber-Kriminalisten im höheren zweistelligen Bereich eingestellt werden. Außerdem soll der Zugang für Quereinsteiger erleichtert werden. Das brauchen wir dringend bei der Polizei jedes Bundeslandes.

Überdies sollten gesetzliche Erleichterungen auf den Weg gebracht werden, wie die Telekommunikationsüberwachung auch bei Messengerdiensten und der Aufbau einer bundeseinheitlichen IT-Infrastruktur. Cybercrime lässt sich nur auf Augenhöhe wirksam bekämpfen. Das heute vorgelegte Lagebild sollte ein Weckruf an die verantwortlichen Politiker sein!“