GdP-Tarifexperte: Kein Verständnis für Konfrontationskurs der Arbeitgeber

19. September 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Das Ringen der DGB-Gewerkschaften um bessere Löhne und Gehälter für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (öD) in Bund und Kommunen in Coronazeiten wird an diesem Wochenende mit der zweite Verhandlungsrunde fortgesetzt. René Klemmer, für Tarifpolitik zuständiges Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte vor den am Samstag in Potsdam weitergehenden Gesprächen: „Bereits beim ersten Treffen zeigten die Arbeitgeber keinerlei Verständnis für unsere Forderungen und gingen auf Konfrontationskurs. Sie selbst legten aber kein Angebot vor.“
Der öffentliche Dienst helfe seit Monaten dabei mit, dass es in der Pandemie in den stark gebeutelten Branchen so schnell wie möglich wieder aufwärts gehe.

Klemmer sagte am Freitag in Berlin: „Die großen, oft existenziellen Sorgen vieler Menschen haben unsere Beschäftigten und auch wir Gewerkschafter nicht aus den Augen verloren. Auch die vielen Versprechen der Politiker in den vergangenen Monaten. Die Arbeitgeber hätten ausreichend Zeit gehabt, sich damit auseinanderzusetzen.“

Klemmer betonte: „Dennoch sehen wir keinen Grund, den öD-Beschäftigten ihre verdiente Anerkennung zu verweigern. Und das ist nun einmal spürbar mehr Lohn“, erklärte er.

Neben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der GdP verhandeln die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sowie die Tarifgemeinschaft des Deutschen Beamtenbundes mit Bundesinnenminister Horst Seehofer als Vertreter des Bundes sowie der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA).

Die Gewerkschaften gehen von mindestens drei Verhandlungsrunden aus.