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Thüringer Jugend wieder mehr von Feuerwehr begeistert

Am Dienstag (8. September 2020) stellte Innenminister Georg Maier den Brand- und Katastrophenschutzbericht für das Jahr 2019 vor. In der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Sondershausen informierte der Minister über die Zahlen in der Jugendarbeit, der Personalstärke und die Einsatzentwicklung. „Auf meiner Tour quer durch die Regionen bin ich stolzen, kompetenten und erfahrenen Feuerwehrangehörigen begegnet“, erklärte der Innenminister. „Ich habe gespürt, wie die Mitglieder der Wehren für Ihre Arbeit brennen, aber auch welchen Herausforderungen sie tagtäglich begegnen“, betont Maier. „Ohne Nachwuchs stirbt die Feuerwehr aus. Dass dies nicht passiert, dafür kämpfen die Jugendfeuerwehrwarte und Jugendfeuerwehrwartinnen in den Ortschaften. Das ist großartig und verdient meinen Respekt“, honoriert der Minister und zeigte sich erfreut über den Anstieg der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren.

Gleichzeitig nutzte der Innenminister die Pressekonferenz, um auf den ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 hinzuweisen. Unter dem Motto „Wir warnen Deutschland“ möchte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz für die Möglichkeiten der Warnung der Bevölkerung mittels Internet, Rundfunk, Fernsehen, Warn-Apps (z.B. NINA) und Sirenen sensibilisieren. Über diese Medien wird um 11.00 Uhr eine Warnung ausgebracht.

Früh übt sich – Zuwachs bei den Jugendfeuerwehrangehörigen

„Ihr seid die Zukunft der Feuerwehr“, entgegnete Innenminister Maier der Jugendfeuerwehrwartin der Freiwilligen Feuerwehr in Neuhaus-Schierschnitz bei seinem Besuch am 25. August und machte damit zugleich auf das Problem der stetigen Nachwuchsgewinnung aufmerksam. Deshalb ist es erfreulich, dass 2019 zahlenmäßig ein Anstieg der Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren um insgesamt 3,2 Prozent auf 13.267 engagierte Jugendliche zu verzeichnen ist. Gerade in den jüngeren Altersgruppen ist diese Entwicklung besonders hervorzuheben. Erfreulich ist auch, dass 909 Angehörige der Jugendfeuerwehren ihren Weg in die Einsatzabteilungen fanden.

Zahl der Brandtoten/Im Einsatz tödlich Verletzte

2019 kam kein Feuerwehrangehöriger im Einsatz ums Leben.

Die Zahl der Brandtoten hat sich verglichen mit der Zahl 2018 von 29 auf 15 nahezu halbiert. Überwiegend sind die Brände auf ein Fehlverhalten der Bewohner zurückzuführen. Die Zahl der im Einsatz geborgenen tödlich verletzten Personen ist angestiegen. Mit 373 Getöteten ist dies die höchste Zahl der letzten Jahre. Dieser Umstand ist aller Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen, dass neben den Verkehrstoten auch die im Rahmen der zunehmenden Einsätze zur Unterstützung im Rettungsdienst und in Amtshilfe für die Polizei (z. B. Vermisstensuche, Türöffnung) tot geborgenen Personen mitgezählt werden.

Leichter Anstieg bei den Feuerwehrangehörigen

Generell ist 2019 ein leichter Anstieg aller Feuerwehrzugehörigen zu verzeichnen. Hervorzuheben ist, dass mit einem Anteil von 97 % nach wie vor das Ehrenamt an erster Stelle liegt und damit 33.418 aktive Ehrenamtliche Ihren Dienst für die Allgemeinheit versehen.

Neue Berufsfeuerwehren

Durch die Umwandlung der Freiwilligen Feuerwehren in Suhl und Mühlhausen zu Berufsfeuerwehren ist die Anzahl der hauptamtlichen Einsatzkräfte bei den Berufsfeuerwehren auf zehn angestiegen, die Anzahl der hauptamtlichen Einsatzkräfte wuchs dadurch um 100 Feuerwehrangehörige.

Zwei Katastrophenfälle

Zwei größere Waldbrände im Saale-Orla-Kreis und im Ilm-Kreis führten zu Feststellungen des Katastrophenfalls. Der Brand im Saale-Orla-Kreis am oberen Teil der Bleilochtalsperre in dicht bewaldetem und sogleich schwer zugänglichen, steil abhängenden Gelände entwickelte sich zu einem Brandereignis, was später eine Feststellung des Katastrophenfalls durch den Landrat mit sich zog. Zeitweise breitete sich der Brand über eine Fläche von 15 ha aus.

Im Ilm-Kreis kamen Einheiten des Katastrophenschutzes aus den Landkreisen Gotha, Weimarer Land, Schmalkalden-Meiningen und dem Wartburgkreis sowie aus den kreisfreien Städten Suhl und Erfurt in einem Waldgebiet nahe Plaue zum Einsatz.

Abnahme der Einsatzzahlen

Verglichen mit dem Vorjahr ist ein Rückgang der Einsätze um 4,3 % zu verzeichnen. Dies entspricht einem Minus von 1.486 Einsätzen auf eine Gesamtzahl von 32.683 Einsätzen. Sinkende Zahlen sind vor allem in der klassischen Brandbekämpfung festzustellen, welche rund 8 % stärker abnahm als die Zahl der Hilfeleistungseinsätze die nur um 4,4 % schrumpfte.

Einsatzspitzenreiter sind 2019 nicht länger die Sturm- und Wasserschäden. Die Spitzenposition wurde im vergangene Jahr deutlich durch die Einsätze zur Unterstützung des Rettungsdienstes übernommen. Auch hier ist hervorzuheben, dass ein überwiegender Teil der Rettungseinsätze durch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren gestemmt wurde.

Einsätze zur Brandbekämpfung rückläufig, aber zeitintensiver

Die traditionelle Brandbekämpfung war im Jahr 2019 nur bei 14 % aller Einsätze von Nöten und nahm damit um 8 % im Vergleich zum Vorjahr ab. Gegenüber kleinen und mittelgroßen Bränden stieg die Zahl der Großbrände um 12,3 %. Dieses Wachstum ist auch in diesem Jahr wieder mit der enormen Trockenheit und den damit zusammenhängenden zahlreichen großen Waldbränden während der heißen Monate zu erklären. Die Zahl der Waldbrände ist gegenüber 2018 um fast 50 gestiegen und erreichte damit die höchste Anzahl der letzten fünf Jahre.

Einsätze zur Hilfeleistung zurückgegangen

Die Zahl der Hilfeleistungseinsätze hat sich 2019 gegenüber dem Vorjahr um rund 4,4 Prozent auf 22.302 verringert. Dieser Rückgang ist auf eine deutliche Verringerung der Einsatzzahlen aufgrund von Wetter- und Sturmschäden zurückzuführen.

Unterstützung des Landes

Die vom Land für den Brand- und Katastrophenschutz bereitgestellten Mittel betrugen 2019 insgesamt 28,12 Mio. Euro. Damit erhöhte sich das Gesamtvolumen, welches das Land zur Verfügung gestellt hat, nochmals gegenüber dem Vorjahr um ca. 5 Mio. Euro.