Stundenverdienste der Beschäftigten in der Sicherheitswirtschaft sind in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent gestiegen

9. September 2020 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Stundenverdienste der Mitarbeiter in der Sicherheitswirtschaft sind 2020 im Vergleich zum Jahr 2015 um 21 Prozent gestiegen. „Das ist die größte Lohnsteigerung von 100 Wirtschaftsklassen, die in der Statistik „Verdienste und Arbeitskosten“ des Statistischen Bundesamtes ausgewiesen werden,“ darauf wies Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des BDSW, hin.

Die weit überdurchschnittliche Steigerung habe sich auch im letzten Jahr fortgesetzt. Im 2. Quartal 2020 sind die Löhne in der Wirtschaftsklasse 80, die Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien umfasst, im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 4,1 Prozent angestiegen. Größere Lohnsprünge gab es nur in acht Wirtschaftszweigen. Spitzenreiter war im genannten Zeitraum die Wirtschaftsklasse „Erziehung und Unterricht“ mit einer Lohnerhöhung um 5 Prozent. „Im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige lag die Steigerung nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bei nur 1,5 Prozent“, so Olschok. Die Presseinformation des Statistischen Bundesamtes finden Sie hier.

Die Stundengrundlöhne in der untersten Lohngruppe der BDSW-Tarifverträge liegen derzeit in allen Bundesländern mindestens bei 10,50 Euro und damit über dem gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro. Der alleinige Blick auf den tariflichen Mindestlohn greife aber zu kurz, so Olschok. Außertariflichen Zuschläge (ATZ) kämen in vielen Regionen und Tätigkeiten hinzu. Mehr als die Hälfte der insgesamt 270.000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche würden deutlich über dem tariflichen Mindestlohn entlohnt. Das seien die 23.000 Beschäftigten in der Luftsicherheit, 12.000 bei den Geld- und Wertdiensten, fast 10.000 Sicherheitskräfte, die militärische Liegenschaften schützen, 8.000 im ÖPV und rund 21.000 Revierfahrer bzw. Beschäftigte in einer unternehmenseigenen Notruf- und Serviceleitstelle (NSL). Hinzu kommen 15.000 Angestellte in der Verwaltung und ca. 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im qualifizierten Werkschutz mit Zusatzqualifikationen im Brandschutz oder Erster Hilfe und in den Ausbildungsberufen, so Olschok abschließend.