INTERPOL für Bekämpfung der internationalen Kriminalität immer wichtiger, auch gegen Rechtsextremismus

4. September 2020 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Die Bayerische Polizei wird INTERPOL künftig verstärkt unterstützen und die Zusammenarbeit in Fällen internationaler Kriminalität noch weiter ausbauen. Das betrifft beispielsweise den Aufbau von Kooperationsformen zur Analyse und Bekämpfung des zunehmend international agierenden Rechtsextremismus. Darauf hat sich heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mit dem INTERPOL-Generalsekretär Prof. Dr. Jürgen Stock verständigt. “INTERPOL ist für die Bayerische Polizei ein ganz wertvoller Ansprechpartner”, betonte der Innenminister nach seinen Gesprächen in Lyon. Gerade die Corona-Pandemie, die der internationalen Cyberkriminalität zu einem regelrechten Boom verholfen hat, begründet nach Herrmanns Worten die immer wichtigere Rolle INTERPOLS in der länderübergreifenden Kriminalitätsbekämpfung. Laut Herrmann verrichten derzeit zwei hochrangige bayerische Polizisten ihren Dienst bei INTERPOL in der ‘Financial Crime Unit’ und im ‘Criminal Analysis Sub-Directorate’: “Das hat sich absolut bewährt und ist eine Bereicherung für beide Seiten.” Neben dem Bundeskriminalamt und dem Zollkriminalamt stellen nur noch die nordrhein-westfälische und die niedersächsische Polizei einen INTERPOL-Experten.

Wie Herrmann deutlich machte, zeigt sich die hervorragende Kooperation mit INTERPOL an vielen Stellen. “Beispielsweise ist Bayern das bislang einzige Bundesland, dessen Polizei automatisiert auf die internationale Sachfahndungsdatenbank von INTERPOL zugreift.” Dort sind rund 90 Millionen Individualnummern von abhandengekommenen, gestohlenen oder ungültig erklärten Pässe und Ausweispapiere gespeichert. “Das ist eine wertvolle Unterstützung unserer Polizisten bei tagtäglichen Fahndungskontrollen”, erklärte der Innenminister.

Außerdem lobte Herrmann die ausgezeichnete Koordination der polizeilichen Zusammenarbeit durch INTERPOL in Fällen internationaler Kriminalität. Als Beispiel nannte Herrmann die Unterstützung durch die ‘Financial Crimes Unit’ bei einem großen Betrugs- und Geldwäschefall in Zusammenhang mit der Beschaffung von elf Millionen Atemschutzmasken im Gesamtwert von 14,7 Millionen Euro durch das Land Nordrhein-Westfalen im März 2020, den Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei in Traunstein aufdecken konnten. “Dank INTERPOL konnten die Ermittler die Geldströme der Kriminellen in verschiedene Länder nachverfolgen und rechtzeitig mehr als 2,1 Millionen Euro sichern”, so Herrmann. Darüber hinaus habe die Unterstützung INTERPOLS in dem Fall bereits zu mehreren Festnahmen geführt, unter anderem in Nigeria. “Das zeigt, dass unser Weg, mit INTERPOL so eng wie möglich zusammenzuarbeiten, der Richtige ist”, fasste der Innenminister zusammen.