Nur ein attraktiver öffentlicher Dienst kann besser werden

1. September 2020 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht | Drucken

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes gehen mit einer Entgeltforderung von 4,8 Prozent beziehungsweise einem Mindestbetrag von 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die am Dienstagnachmittag in Potsdam beginnenden Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im Bund und in den Kommunen.
„Wir haben den Arbeitgebern mit einem vernünftigen Angebot die Hand weit ausgestreckt. Angesichts der schwierigen Lage hierzulande fordere ich von Bund und Kommunen, auf jegliche Polemik zu verzichten und von Beginn an ernsthaft zu verhandeln“, erklärte René Klemmer, für Tarifpolitik zuständiges Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands der Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Morgen am Rande von Beratungen der Gewerkschaftsseite.

Klemmer setzt trotz aller vor allem der Kommunen im Vorfeld geäußerten Vorbehalte auf die neuen Gesichter am Verhandlungstisch. „Es muss doch möglich sein, die aktuellen Bedingungen vorbehaltlos zu bewerten und sie mit dem in Einklang zu bringen, was die öD-Beschäftigten fordern. Und zwar zurecht. Sie haben mit viel Einsatz und hoher Motivation den Laden am Laufen gehalten.“ Mittlerweile sei der warme Applaus aus allerlei Ecken verklungen, statt dessen hätten die Haushälter wieder ihre gewohnte Abwehrhaltung eingenommen.

Guter Lohn und gute Arbeitsbedingungen, so betonte der GdP-Vize, seien genauso systemrelevant wie ein guter öffentlicher Dienst selbst. Und nur ein attraktiver öffentlicher Dienst könne nachhaltig besser werden.

Neben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der GdP verhandeln die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sowie die Tarifgemeinschaft des Deutschen Beamtenbundes mit Bundesinnenminister Horst Seehofer als Vertreter des Bundes sowie der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA). Die Gewerkschaften gehen von mindestens drei Verhandlungsrunden aus.