GdP-Vize Jörg Radek zur anhaltenden Debatte über Polizeigewalt: Nicht den Kontext ausblenden

19. August 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

GdP-Vize Radek: „Die Polizei hierzulande steht weiterhin wegen vermeintlicher Gewaltvorfälle im Blickpunkt. Sie braucht keine digitale Dresche, sondern realen Rückhalt. Und dafür steht die Gewerkschaft der Polizei.” Heute sieht sich die Polizei permanent unter dem Mikroskop. Das ist eine Belastung, die meine Kolleginnen und Kollegen für unseren Rechtsstaat schultern. Bei der Begutachtung polizeilichen Handelns darf nicht der Kontext einer Situation ausgeblendet werden. Vor allem dann nicht, wenn Emotionalität Sachlichkeit verdrängt.
“Der Anlass einer polizeilichen Maßnahme wird erst erörtert, wenn die Welle der Empörung bereits über der Polizei gebrochen ist – wenn überhaupt. Was die Polizei sagt und macht, muss vor Gerichten Bestand haben. Sie ist Recht und Gesetz verpflichtet. Die Polizei kann sich nicht mit pauschalen Halbwahrheiten verteidigen. Dass macht sie zu einem leichten Gegner für die oft aus dem Anonymen anklagenden, selbst ernannten Staatsanwälte in den sozialen Medien”, betont Radek.

Die Nutzer der sozialen Medien beförderten zu oft Hysterie auf Kosten der sachlichen Debatte. Diese Auseinandersetzungen seien anstrengend. Der GDP-Vize: “Dennoch sind sie ein wichtiges Instrument der Meinungsfreiheit. Das zeichnet unsere Demokratie aus. “Darum möchte ich allen sagen: Seid engagiert, seid kritisch, seid kontrovers. Aber seid differenziert gegenüber eurer Polizei. Sie ist für euch da, auch wenn ihr sie in Frage stellt.“