Zusätzliche 6,5 Millionen Euro für Einsatz bei Extremwetter

17. August 2020 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Rheinland-Pfalz | Drucken

Zur Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden und zur Bewältigung von Starkregenereignissen wird das Land zusätzliche 6,5 Millionen Euro bereitstellen. Die erheblichen Neuanschaffungen von Landesseite verstärken die Investitionen der für den Katastrophenschutz zuständigen kommunalen Aufgabenträger vor Ort.

„Zunehmenden extremen Wetterlagen mit Hitze und Trockenheit auf der einen oder Hochwasser und Starkregen auf der anderen Seite muss mit entsprechendem Gerät begegnet werden: Ausrüstung und Fahrzeuge, aber auch taktische Konzepte, die Hand in Hand gehen“, so Innenminister Roger Lewentz bei der Vorstellung im Hof der Mainzer Berufsfeuerwehr. Für die Neubeschaffungen sind insgesamt 6,5 Millionen Euro vorgesehen.

Die Konzepte sind jeweils dreistufig und ermöglichen es den kommunalen Aufgabenträgern, an jedem Ort im Land Erstmaßnahmen einzuleiten und sich gegenseitig zu unterstützen: In Stufe 1 übernehmen die Feuerwehren auf Gemeindeebene den Erstangriff, in Stufe 2 unterstützen Landkreise und kreisfreie Städte mit Fahrzeugen, weiterer Ausrüstung und persönlicher Schutzausstattung. „Spezialfahrzeuge und Ausrüstung werden künftig verstärkt durch das Land gefördert. Hinzu kommen speziell ausgerüstete, geländegängige ´Tanklöschfahrzeuge Waldbrand` und zur Brandbekämpfung aus der Luft Außenlastbehälter für Polizeihubschrauber“, so Lewentz. Die neuen 3000 Liter fassenden Tanklöschfahrzeuge kommen in Stufe 3 zum Einsatz und werden in Zukunft für jede der acht Leitstellenbereiche im Land zur Verfügung stehen. Sie können je nach Schwere des Brandes aus dem gesamten Land zusammengezogen werden und sind auch tauglich für unwegsames Gelände.

Zur besseren Bewältigung von Starkregenereignissen beschafft das Land spezielle Feuerwehrfahrzeuge, die überflutete Flächen und Verkehrswege durchfahren können (watfähig), sowie Ausrüstungs-Module, welche Feuerwehreinheiten zugewiesen werden, die die Fahrzeuge mit dem erforderlichen Personal auch zu überörtlichen Einsätzen entsenden. Die Module in Form von Abrollbehältern enthalten sämtliche Ausrüstungsgegenstände, die zur Bewältigung von Starkregenereignissen gebraucht werden, beispielsweise Tauchpumpen und sog. Wathosen. Weitere Module ermöglichen es, 2000 Sandsäcke pro Stunde zu befüllen. Des Weiteren gibt es ein neues Sonderförderprogramm des Landes, welches es den Kommunen als Aufgabenträger vor Ort ermöglicht, „Gitterboxen Starkregen“ mit Material zur Bewältigung einer Einsatzstelle bei Starkregenereignissen anzuschaffen. Für diese Gitterboxen können bereits ab sofort Förderanträge gestellt werden. Rund 500.000 Euro stehen noch in diesem Jahr zur Verfügung.

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der für Feuerwehr und Katastrophenschutz zuständigen Kommunen, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS), aber auch erfahrenen Kräften der Freiwilligen Wehren, der Berufsfeuerwehr, Verbänden und Fachkundigen aus der Forstwirtschaft hatte die Konzepte gemeinsam weiterentwickelt sowie Rahmen-Alarm- und Einsatzpläne aufgestellt. Auf dieser Basis können die Aufgabenträger auf Gemeinde- und Landkreisebene nun ihre eigenen Alarm- und Einsatzplanungen aktualisieren.

„Mit den Zuschüssen des Landes, der Beschaffung von weiteren Fahrzeugen und neuer Ausrüstung unterstützen wir die Gemeinden und Landkreise, ihre Aufgaben bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden, aber auch im Umgang mit Starkregenereignissen bestmöglich zu erfüllen. Profitieren werden vor allem auch die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen, welche einen Großteil ihrer Freizeit für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Sie sollen wissen, dass wir ihre Arbeit nicht nur dankbar anerkennen, sondern konkret unterstützen. Eine gute Ausrüstung ist die Grundlage ihrer so wichtigen Arbeit“, betonte Innenminister Lewentz.