Polizeibilanz zur Fußballsaison 2019/2020

12. August 2020 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Polizei | Drucken

Die Bilanz der Fußballsaison 2019/2020 war bis zur corona-bedingten Saisonunterbrechung positiv. „Eine Wiederzulassung von Stadionbesuchern braucht in jedem Fall eines: Sicherheit – auf und neben dem Platz. Mit unseren Stadionallianzen leisten wir hierzu einen wesentlichen Beitrag“, erklärte Innenminister Thomas Strobl.

„Bis zur corona-bedingten Saisonunterbrechung waren wir gegenüber der Vorsaison erneut mit verbesserten Kennzahlen unterwegs: Wir können eine geringere Anzahl verletzter Personen, Straftaten auf gleichbleibend niedrigem Niveau und erneut weniger Einsatzstunden der Polizei im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorsaison verzeichnen. Das ist umso bemerkenswerter, da die Zusammensetzung der Ligen in dieser Saison auch aus polizeilicher Sicht überaus herausfordernd waren“, bilanzierte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl die Fußballsaison 2019/2020.

Bis zum Lockdown am 10. März 2020 lag in der Saison 2019/2020 die Einsatzbelastung der Polizei in den ersten vier Fußballligen mit insgesamt 147 Spielen bei 99.821 Einsatzstunden. Das sind gut 2.700 oder knapp 3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum der Vorsaison 2018/2019.

In der 2. Bundesliga waren mit dem Aufeinandertreffen von VfB Stuttgart, Karlsruher SC und Dynamo Dresden exakt dieselben Bedingungen zu verzeichnen, wie in der Saison 2017/2018. Zudem war der SV Waldhof Mannheim in die 3. Liga aufgestiegen. Es war daher nicht unwahrscheinlich, dass die in der vergangenen Saison gewonnenen Ressourcen wieder in die Aufrechterhaltung der Sicherheit investiert werden mussten. „Dass dies nicht so war, haben wir in ganz erheblichem Maße auch unseren Stadionallianzen vor Ort zu verdanken. Dafür kann ich den beteiligten Akteuren an unseren Spielorten auf der operativen Ebene nur ein ganz großes Dankeschön und meinen Respekt aussprechen. Dieses Ergebnis war so nicht zu erwarten. Unsere Stadionallianzen haben sich also auch in dieser Saison bewährt“, berichtet der Innenminister erfreut.

Bundesweites Interesse an Stadionallianzen steigt

Zwischenzeitlich steigt das bundesweite Interesse an der baden-württembergischen Vorgehensweise bei Fußballspielen. „Niedersachsen hat sich unserer Sache schon angeschlossen. Ich bin überzeugt, dass noch andere Länder folgen und ebenfalls die Zusammenarbeit in Form von Stadionallianzen einführen werden, schließlich ist eine gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern alternativlos. Es gab damals viele Zweifler – ich bin froh, dass wir den Mut hatten, Neuland zu beschreiten“, erläutert Minister Thomas Strobl.

„Leider hat gerade das Derby des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC gezeigt, dass – trotz aller Anstrengungen – noch viel gemeinsame Arbeit notwendig ist, um gegenseitige Feindbilder abzubauen. Wir dürfen uns mit den bisher erreichten Erfolgen nicht zufriedengeben und müssen im Rahmen der Stadionallianzen weiter an diesen Herausforderungen arbeiten“, so Innenminister Thomas Strobl.

Profifußball in Zeiten von Corona

„Letztlich sind wir froh, dass der Profifußball die Saison 2019/2020 unter strengen Hygieneauflagen fortsetzen und zu Ende bringen konnte. Trotz aller Schwierigkeiten, die damit verbunden waren, kann man festhalten: Es war richtig, diese Spielzeit ohne direkte Zuschauerbeteiligung zu organisieren – auch wenn der Fußball ohne seine Fans im Stadion unvollkommen war und ist. Für die kommende Spielzeit kommt eine Wiederzulassung von Stadionbesuchern freilich nur mit einer Erlaubnis durch die lokalen Gesundheitsbehörden in Betracht.

Aktuell, bei steigenden Infektionszahlen, ist es noch ein schwieriger Weg zur Rückkehr von Fans in die Stadien. Das Virus macht keinen Urlaub, die unsichtbare Gefahr ist unter uns, wir müssen mit ihr leben und mit aller Kraft ein exponentielles Ansteigen an Infektionen verhindern. Die Entscheidung darf freilich nicht in Stein gemeißelt sein. Wir werden unser Leben mit dem Virus leben: so kann ich mir durchaus auch große Veranstaltungen vorstellen, bei denen der Infektionsschutz gewährleistet ist. Wir müssen die Wiederzulassung von Stadionbesuchern in kurzen Zeitabständen überprüfen und jeweils aktuell auch entlang der Veranstaltungskonzepte entscheiden. Das erwarten Millionen von Fußballfans in unserem Land!

Zu künftigen Großveranstaltungen gehört für mich dabei zwingend, dass die Angabe von Name, Adresse und Kontaktmöglichkeit durch die jeweiligen Ticketkäufer verpflichtend sein muss, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Je mehr wir für den Infektionsschutz tun, umso eher sind auch größere Veranstaltungen wieder möglich. Personalisierte Tickets sind dabei eine zentrale Anforderung und ein Muss – es geht um unsere Gesundheit, ja, am Ende sogar um unser Leben“, so Innenminister Thomas Strobl: „Fußball ist dann auch mit großem Publikum schneller wieder möglich – freilich mit neuen Regeln, die die Gesundheit schützen und Leben retten und die vor allem auch zwingend beachtet werden müssen.“