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Lewentz zeichnet vorbildhafte Präventionsarbeit aus

Innenminister Roger Lewentz hat zusammen mit dem Landespräventionsrat Rheinland-Pfalz (LPR) den Arbeitskreis „Moka – Mombach kann …“ der Stadtteilrunde Mainz-Mombach, die medien+bildung.com gGmbH aus Ludwigshafen sowie das Polizeipräsidium Koblenz mit dem Landespräventionspreis 2019 ausgezeichnet.

Außerdem wurde in diesem Jahr im Rahmen des Themenschwerpunktes der Landesregierung ein „Sonderpreis gegen Hass und Hetze“ vergeben. Dieser geht an die Steuerungsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Kaiserslautern“.

„Prävention ist und bleibt eine wichtige Stütze unserer rheinland-pfälzischen Sicherheitssarchitektur. Die Kreativität und das Engagement der handelnden Akteure sind wesentliche Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Präventionsarbeit. Vor allem auf die Verzahnung von Kommunen, Polizei und Zivilgesellschaft kommt es an. Das wurde auch bei den in diesem Jahr Ausgezeichneten immer wieder deutlich“, betonte Lewentz.

Eine öffentliche Preisverleihung im üblichen Rahmen wird aufgrund von Corona in diesem Jahr nicht stattfinden. Gleichwohl wird Lewentz den diesjährigen Preisträgern bei anstehenden Besuchen auch noch einmal persönlichen seinen Dank aussprechen.

Mit dem Landespräventionspreis werden seit 2012 jährlich erfolgreiche Projekte der Kriminalitätsvorbeugung ausgezeichnet. Neben der Ehrung werden die Initiativen landesweit vorgestellt und sollen so als Vorbild und Anregung für andere Aktive und Engagierte dienen.

Folgende Projekte wurden mit dem Landespräventionspreis 2019 ausgezeichnet:

1.Platz (1.500 Euro): Arbeitskreis „Moka – Mombach kann…“ der Stadtteilrunde Mainz-Mombach für das Projekt „Moka – Mombach kann…“

Ausgangspunkt für das Projekt und den Arbeitskreis „Moka“ war der Wunsch der Mombacher Stadtteilrunde nach einem gemeinsamen, institutionsübergreifenden Gewaltpräventionskonzept, das alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils erreichen soll. Dieses sollte gemeinsam mit sämtlichen Akteuren des Stadtteils erstellt werden.

Ansinnen des Gewaltpräventionskonzeptes ist zum einen eine erhöhte Nachhaltigkeit und Verankerung durch eine gemeinsame Sprache sowie gemeinsame Rituale und Methoden für das Lösen von Konflikten. Zum anderen zielt das Projekt auf Maßnahmen zur Stärkung des Selbstwertgefühls bei Kindern und Jugendlichen ab.

Im Rahmen von Workshops und Analysen identifizierten der Arbeitskreis und die Stadtteilrunde zwei Konzepte, die für einen Großteil der örtlichen Bedarfe passen: Das Training „Mut tut gut“ und das Bensberger Mediations Modell (BMM).

„Mut tut gut“ ist ein präventives Sicherheits- und Sozialkompetenztraining für Kinder von 5 bis 10 Jahren, das aber unter dem Namen „Soziales Lernen“ auch für die Sekundarstufe II angeboten wird. Das BMM ist ein Modell für Interventionen in Konfliktsituationen und kann daher allen Altersgruppen vermittelt werden.

Ziel des Projektes Moka ist es, möglichst viele Mombacher Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das Programm „Mut tut gut“ und das Bensberger Mediationsmodell zu gewinnen und zudem ein breites, multiprofessionelles Netzwerk im Stadtteil Mombach aufzubauen.

2.Platz (1.000 Euro): medien+bildung.com, Ludwigshafen, für das Projekt „Deine Verfassung?!“

Das Projekt „Deine Verfassung?!“ thematisierte das Verhältnis zwischen individuellen Bedürfnissen und Wünschen und der allgemeinverbindlichen Verfassungsordnung mit Grundrechten, Staatsaufbau sowie Rechten und Pflichten der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Ziel für die jugendlichen Teilnehmenden war es, eine individuelle „Standortbestimmung“ (Wo stehe ich? Wo will ich hin? Wie schaffe ich das?) durchzuführen und gleichzeitig ein Verständnis dafür zu bekommen, dass die Verfassung, der demokratische Rechtsstaat mit den verbürgten Freiheiten und der Schutz, den die Demokratie Minderheiten zukommen lässt, einen fairen Rahmen für die persönliche individuelle Entwicklung bietet. „Deine Verfassung?!“ bezog sich auch auf das Jubiläum des Grundgesetzes (70 Jahre) und der Weimarer Verfassung und das damit verbundene 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts.

In einer Mischung aus Wissensvermittlung, Diskussion und Medienproduktion wurden Verfassungsinhalte und eigene Lebenspläne in ihrem Spannungsverhältnis erarbeitet, diskutiert und in Form von Fotos, Postern, Comics und Videos dargestellt. Die in den Projekttagen entstandenen Medienprodukte wurden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Ratssaal der Stadt Ludwigshafen im Rahmen einer Diskussionsrunde mit Sozialdezernentin Beate Steeg vorgestellt.

3.Platz (500 Euro): Polizeipräsidium Koblenz für das Projekt „#mitmirnicht – Gemeinsam gegen falsche Polizeibeamte“

Im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz wurden zahlreiche Seniorinnen und Senioren von Trickbetrügern durch fingierte Telefonanrufe geschädigt. Mit der Kampagne „mitmirnicht“ möchte das Polizeipräsidium diese Betrugsmasche verhindern.

Erreicht werden sollen alle Bürgerinnen und Bürger, um sie über die Vorgehensweise der Betrüger zu informieren und sie entsprechend zu sensibilisieren. Primär richtet sich die Aktion zwar an die vornehmliche Zielgruppe der Täter: ältere Menschen, jedoch sollen auch Angehörige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Geld- und Kreditinstituten ausdrücklich angesprochen werden.
Das Polizeipräsidium Koblenz hat zu diesem Zweck Plakate entworfen, welche sich durch starke Farben und klar definierte Zitate der jeweiligen Protagonisten von dem „normalen“ Erscheinungsbild der präventiven Maßnahmen der Polizei abgrenzen. Die dargestellten Personen bilden die Gesamtheit der Gesellschaft ab, damit sich jeder angesprochen fühlt und auf seine Verantwortung hingewiesen wird. Ein Videoclip bringt das Thema auf den Punkt und erreicht auch jüngere Menschen. Alle Plakate und der Videoclip wurden und werden auch über die Social-Media-Kanäle der Polizei verbreitet.

Sonderpreis gegen Hass und Hetze (2.500 Euro): Steuerungsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Kaiserslautern“ für das Projekt „Stadt ohne Rassismus – Schule ohne Rassismus“

Zu Beginn des Jahres 2019 gab es acht anerkannte Schulen ohne Rassismus (SoR) in Kaiserslautern. Ziel des Projektes ist es, dass alle 15 weiterführenden Schulen der Stadt auf dem Weg bis zur Anerkennung als SoR begleitet werden.

Initiatoren sind die Schülerinnen und Schüler der Stadt. Zur Anerkennung als Projektschule muss die Schülerschaft zunächst eine Unterschriftenaktion durchführen, in der mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft die drei Grundregeln der SoR anerkennen müssen.

Die Steuerungsgruppe möchte sich für Geflüchtete und diskriminierte Menschen in der Stadtgesellschaft einsetzen und präventiv für eine zielführende Integration aller Gruppen in der Stadtgesellschaft arbeiten. Ziel ist die Ermutigung zu mehr couragiertem Handeln gegen Ausgrenzung, Populismus und das Schüren von Hass und Angst. Von ihrem präventiven Handeln erhofft sich die Steuerungsgruppe auch eine Bekämpfung von Kriminalität. Es soll Vorurteilen vorgebeugt und integrativ gewirkt werden. Hierzu engagieren sich die Beteiligten besonders im Bereich der Bildung mit dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Kaiserslautern, um die Stadt Kaiserslautern auf ihrem Weg zur „Stadt ohne Rassismus“ zu begleiten.