- Cop2Cop - https://www.cop2cop.de -

Aussteigerhilfe mit neuem Angebot

Niedersachsen baut die Unterstützung für Ausstiege aus der rechtsextremen Szene weiter aus. Künftig wird auch ein Regionalbüro in Oldenburg wichtige Beratungshilfe anbieten. Zum Aufbau dieser Strukturen stellt das Niedersächsische Justizministerium über das Landes-Demokratiezentrum (LDZ) in diesem Jahr zusätzlich 75.000 Euro bereit. Eine zivilgesellschaftliche Ausstiegshilfe existiert bislang vor allem in Süd-Ost Niedersachsen durch die Beratungsangebote der „Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt – Zentrum Demokratische Bildung“. Seit dem 1. Juli 2020 ist auch das Projekt „Distance – Ausstieg Rechts“ von Oldenburg aus aktiv.

Justizministerin Barbara Havliza: „Angehörigen der rechtsextremen Szene die Hand zum Ausstieg zu reichen, das ist eine Schlüsselaufgabe in der Präventionsarbeit. Gerade den Angeboten, die nicht durch den Staat gesteuert werden, fällt hier eine entscheidende Rolle zu. Es freut mich, dass wir mit „Distance – Ausstieg Rechts“ einen Akteur gewinnen konnten, der in Nord-West-Niedersachsen sehr gut vernetzt ist. Ausdrücklich begrüße ich, dass der Träger die Rolle und Bedeutung der Zivilgesellschaft für erfolgreiche Ausstiegsprozesse auch wissenschaftlich beleuchten will.“

Die Ausstiegsberaterinnen und -berater von „Distance – Ausstieg Rechts“ arbeiten vertraulich und aufsuchend. Die Inanspruchnahme des Beratungsangebotes ist kostenfrei. Interessierte können sich ab sofort unter der E-Mail-Adresse distance.ausstieg@web.de an die Beratungsstelle wenden.

Zum weiteren Hintergrund:

Niedersachsen ist beim Thema „Ausstieg aus der rechtsextremen Szene“ mit eigenen Angeboten bei der Justiz und beim Verfassungsschutz seit 2001 bzw. 2010 engagiert. Darüber hinaus werden über das Landes-Demokratiezentrum im Niedersächsischen Justizministerium seit vielen Jahren u.a. im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘ zivilgesellschaftliche Träger der Ausstiegshilfe im Bereich Rechtsextremismus gefördert.

Das Landes-Demokratiezentrum im Niedersächsischen Justizministerium koordiniert und fördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! 2020-24“ aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zivilgesellschaftliche Präventionsangebote im Bereich Rechtsextremismus und religiös-begründete Radikalisierung. Hierzu gehören in Niedersachsen die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, Angebote der Betroffenenberatung rechtsextremer Gewalt sowie Ausstiegsangebote aus der rechtsextremen Szene und ein Netzwerk lokaler Fachstellen gegen Islamismus sowie Islam- und Demokratiefeindlichkeit.

Der niedersächsische Landespräventionsrat ist ein eigenständiges Beratungsorgan der Landesregierung sowie örtlicher Gremien und Einrichtungen. Seine übergeordneten Zielsetzungen sind die Reduzierung des Kriminalitätsaufkommens und die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen.