Zweifelhafte Qualität bei Vergabe von Sicherheitsdienstleistungen in Flüchtlingsunterkünften

13. Juli 2020 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Vergabe von Sicherheitsdienstleistungen in Flüchtlingsunterkünften wird oft einzig nach dem billigsten Preis durchgeführt. Darauf wies Ernst Steuger, Vorsitzender das FA Schutz von Flüchtlingsunterkünften des BDSW heute hin. Qualitätsaspekte blieben damit auf der Strecke.

Die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz der Mitarbeiter seien ganz klar festgelegt, sagte Steuger weiter. „Einen Graubereich kann man ausschließlich bei der Anwendung der Vergabekriterien sehen. Hier wird kaum einmal auf die Qualität der Dienstleistung und die Entlohnung der Mitarbeiter geachtet. Schlecht ausgebildete, gering entlohnte Mitarbeiter werden in der Regel keine hochwertige Dienstleistung erbringen.“

Man mache es sich zu einfach, wenn man bei der Vergabe nur auf den Preis schaue, dann aber hohe Qualität erwarte. „Der Schutz von Flüchtlingsunterkünften gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten der Branche. Die Mitarbeiter haben mit oft traumatisierten Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun, für die alles neu und fremd ist. Zudem führt die Sprachbarriere zu Verständigungsproblemen. All diese Faktoren können auch zu aggressivem Verhalten der Flüchtlinge gegenüber dem Sicherheitspersonal führen. Hier sind Qualifikationen in den Bereichen Deeskalation und interkulturelle Kompetenzen unbedingt notwendig“, erklärte Steuger. Speziell im Bereich der Ankerzentren sei dies ein sehr wichtiger Baustein. Hieran fehle es aber oft bei den eingesetzten Unternehmen. Verantwortungsbewusstes Handeln auf der Vergabeseite müsse unbedingt angemahnt werden. Es sei auch zwingend auf die Einhaltung bestehender Tarife zu achten.

Der Vertreter des BDSW appellierte abschließend an die vergebenden Stellen, bei der Auswahl der Dienstleister mehr Sorgfalt walten zu lassen. „Der FA Schutz von Flüchtlingsunterkünften des BDSW hat umfangreiche Materialien zur Unterstützung für Ausschreibende entwickelt. Im Interesse der Betroffenen sollten diese immer zu Rate gezogen werden.“