Eingeschränkte Wiederaufnahme des Regelbetriebes in den Justizvollzugsanstalten

23. Juni 2020 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Strafvollzug | Drucken

In den schleswig-holsteinischen Justizvollzugsanstalten werden die wegen der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen wieder gelockert. Vor dem Hintergrund sinkender Infektionszahlen und einer zunehmenden Normalisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens werden die Anstalten in den kommenden Wochen schrittweise und unter strengen Schutzvorkehrungen den Regelbetrieb wiederaufnehmen. Dafür werden zurzeit die entsprechenden organisatorischen, hygienischen und personellen Rahmenbedingungen geschaffen. „”Wir wissen, dass wir den Inhaftierten, aber auch den Bediensteten in den vergangenen Wochen und Monaten viel zugemutet haben”“, erklärte Justizminister Claus Christian Claussen. „”Insbesondere die Aussetzung des Besuches und der Arbeitsmöglichkeiten waren sehr belastend. Doch die Maßnahmen waren erfolgreich, wir hatten keine Covid-19-Erkrankungen unter den Inhaftierten, und nur eine bei den Bediensteten”“, erklärte Claussen.

Seit Beginn dieser Woche sind Besuche unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder zugelassen. Bei Betreten der Anstalten ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich. Die Anzahl der Personen ist begrenzt und die Besucher müssen Angaben zu Krankheitssymptomen und Kontakten mit Erkrankten machen. Neben Besucherinnen und Besuchern aus dem privatem Umfeld der Gefangenen erhalten auch die ehrenamtlich Mitarbeitenden sowie externe Fachkräfte wieder Zutritt zu den Justizvollzugsanstalten. Ebenso werden Arbeit und Qualifizierung im Vollzug unter Berücksichtigung der notwendigen Hygieneanforderungen wiederaufgenommen. Seit Ende März sind im Wesentlichen die Versorgungsbereiche aktiv, mit denen der Betrieb der Anstalten sichergestellt wird. Für die anstehenden Schul- und Berufsabschlüssen wurden in den letzten Wochen erste öffnende Maßnahmen vorgenommen, um die Vermittlung der Lerninhalte sicherzustellen. Nun starten auch die Produktionsbereiche und die sonstigen Qualifizierungsmaßnahmen (z.B. Sprachkurse, berufliche Teilqualifizierungsmodule) wieder.

„”Wir werden die dynamische Entwicklung des Infektionsgeschehens weiter beobachten und unsere Regelungen danach anpassen. Mein Zwischenfazit für die erste Infektionswelle lautet: Der Justizvollzug in Schleswig-Holstein hat einen unaufgeregten und professionellen Job in bewegten Zeiten erledigt”“, betonte der Minister.