Bericht des Landespräventionsrates 2019

10. Juni 2020 | Themenbereich: Brandenburg, Prävention | Drucken

Das Innenministerium hat über den Landespräventionsrat im vergangenen Jahr rund 185.000 Euro für Präventionsprojekte zur Verfügung gestellt. Damit konnten insgesamt 25 kriminalpräventive Projekte gefördert werden. Das teilte der Vorsitzende des Landespräventionsrates, Innenminister Michael Stübgen, heute im Kabinett mit. Dort stellte er den jährlichen Bericht des Landespräventionsrates vor.

Innenminister Stübgen: „Vorsorge ist besser als Nachsorge – das gilt ganz besonders für die Kriminalprävention. Brandenburg kann dabei auch für das Jahr 2019 wieder auf eine Bilanz der Präventionsarbeit zurückblicken, die sich sehen lassen kann. Einen besonderen Stellenwert nahm im Berichtszeitraum die Kinder- und Jugendarbeit ein. Mit Prävention kann man schließlich nicht früh genug beginnen. In vielen kreativen Projekten haben sich Jugendliche unter anderem mit Themen wie Mobbing und verrohter Sprache auseinandergesetzt und Wege aufgezeigt, wie alle besser aufeinander achtgeben können. Die Begeisterung, mit der die Kinder sich beteiligt haben, zeigt, dass gute Präventionsarbeit zum Mitmachen anregt. Das ist ein Erfolg aller Akteure, denen ich für ihr Engagement ganz ausdrücklich danke. Und das ist ein Erfolg an dem wir auch im Jubiläumsjahr 2020 anknüpfen. Sich kümmern, ansprechbar bleiben und für andere da sein – dass sind die Tugenden, mit denen der Landespräventionsrat auch weiterhin das gesellschaftliche Zusammenleben fördern wird.“

Der Landespräventionsrat bietet mit seinen gegenwärtig vier fest eingerichteten Arbeitsgruppen das Forum für Expertinnen und Experten und führt die relevanten gesamtgesellschaftlichen Akteure der brandenburgischen Präventionslandschaft zusammen. Themenschwerpunkte dieser vier Arbeitsgruppen sind die Kinder-, Jugend- und Gewaltdelinquenz, die Prävention von politischem Extremismus, Opferschutz und Opferhilfe, sowie die Kommunale Kriminalprävention.

Projekte 2019
Die Projektförderung erstreckte sich im vergangenen Jahr auf 13 Projekte aus dem Bereich der Kinder-, Jugend- und Gewaltdelinquenz, die mit insgesamt rund 67.700 Euro unterstützt wurden. Gefördert wurden beispielsweise Gewaltpräventionstage an Schulen und Projekte zur Medienkompetenz. Erstmals in 2019 wurde eine gemeinsame Themenwoche relevanter Akteure zur „(Kriminal-)Prävention für Kinder und Jugendliche“ durchgeführt.

Auf den Bereich Prävention von politischem Extremismus entfielen rund 37.200 Euro, die vier Projekten zu Gute kamen. Darunter das Projekt „Jugendreporter vor Ort – Gemeinsam für Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit“. Im Bereich Opferschutz und Opferhilfe wurden fünf Projekte mit rund 75.700 Euro bezuschusst. Unter anderem wurden Projekte zur Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder unterstützt. Drei Projekte mit insgesamt 4.900 Euro betrafen die Unterstützung kommunaler kriminalpräventiver Aktivitäten. Zum Beispiel wurde der Aktionstag „Mit Sicherheit alt werden“ der Stadt Cottbus unterstützt.

Der Landespräventionsrat tritt bei der Förderung häufig gemeinsam mit anderen Zuwendungsgebern auf. Ein Großteil der Projektträger setzte Eigenmittel ein.

Brandenburgischer Präventionspreis 2019
Der Brandenburgische Präventionspreis richtete sich an Schülerinnen und Schüler, die sich für Gewalt- und Mobbingfreiheit an ihrer Schule einsetzen. Er ging an Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Am Wasserturm“ Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland), der Oberlinschule Potsdam und der Schmellwitzer Oberschule Cottbus. Ihre Projekte, befassten sich mit Problemen wie Gewalt, Kriminalität, Mobbing, Sicherheit in den sozialen Netzwerken, Ausgrenzung oder Respektlosigkeit an Schulen.

Kay Kasüschke, Präventionsbeauftragter des Lande Brandenburg: „2020 ist für mich ein ganz besonderes Jahr, denn der LPR feiert sein 20-jähriges Bestehen. Ich danke all unseren zahlreichen Kooperationspartnern und Projektträgern hier im Land Brandenburg für die gute Zusammenarbeit. Besonders ist das Jahr 2020 für mich auch deshalb, weil es endlich gelungen ist, das Vernetzungsgremium Kriminalprävention vor Ort als feste Arbeitsgruppe unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Rolfes von der Universität Potsdam zu etablieren.“

Hintergrund:
Der im Jahr 2000 gegründete Landespräventionsrat Brandenburg bündelt Initiativen zu einer umfassenden Kriminalitätsprävention im Land. Im Beirat sind unter anderem mehrere Ministerien vertreten sowie der Städte- und Gemeindebund, der Landkreistag und das Tolerante Brandenburg/Bündnis für Brandenburg. Der Rat organisiert seine Tätigkeit in vier ständigen Arbeitsgruppen. Diese werden von Vertretern des Ministeriums des Innern und für Kommunales, des Ministeriums der Justiz und der Universität Potsdam geleitet.