Durch Corona wird Partnergewalt unsichtbar

9. Juni 2020 | Themenbereich: CDU, CSU, Parteien | Drucken

Zum heute tagenden Runden Tisch von Bund und Ländern gegen Gewalt an Frauen sagte die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön:

„Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Das ist nach der Statistik des BKA der bundesweite Durchschnitt – vor der Corona-Pandemie. Mit der Aufforderung, möglichst zuhause zu bleiben und Kontakte zu anderen Menschen zu minimieren, rutscht die Partnergewalt ganz in den unsichtbaren Bereich. Derzeit kann niemand abschätzen, was hinter den verschlossenen Haustüren passiert ist und noch immer passiert. Die eigenen vier Wände, die derzeit den sichersten Schutz vor dem Virus bieten, sind für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder zugleich ein gefährlicher Ort.

Seit Beginn der Lockerungen verzeichnen Beratungsstellen einen Anstieg an Frauen, die Hilfe suchen. Wahrscheinlich werden auch viele von Gewalt betroffene Frauen Zuflucht in Frauenhäusern suchen. Doch in den Hilfeeinrichtungen stehen nicht immer ausreichend Plätze zur Verfügung. Die CDU/CSU-Fraktion begrüßt daher, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte finanzielle Unterstützung des Bundes für den Bau, die Modernisierung und Sanierung von Frauenhäusern endlich umgesetzt wird. Dafür sind im Etat des Frauenministeriums für dieses Jahr 30 Millionen Euro eingestellt. Es ist gut, dass Bund, Länder und Kommunen sich am Runden Tisch treffen, um Unterstützungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen weiterzuentwickeln.

Vielen Frauen fällt es schwer, Freunden oder Bekannten anzuvertrauen, dass sie Gewalt erleiden. Leichter können sie oft mit professionellen Helfern darüber sprechen, was ihnen angetan wird. Daher ist es gut, dass der Bund auch das deutschlandweite Hilfetelefon ‚Gewalt gegen Frauen‘ eingerichtet hat und finanziert. Die Mitarbeiter beraten anonym rund um die Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 08000 116 016. Sie verstehen sich auch als Lotsen zu anderen Fachberatungsstellen.“