Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bremen und Bremerhaven

29. April 2020 | Themenbereich: Bremen, Innere Sicherheit | Drucken

Seit Monaten ist eine Häufung extrem rechter Vorfälle im Bundesland Bremen zu verzeichnen. Das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Bremen und Bremerhaven bietet dazu nachhaltige Unterstützungsangebote.

Die Vielzahl rassistisch, antisemitisch und neonazistisch motivierter Angriffe der letzten Monate offenbaren erneut das hohe Gefährdungspotenzial rechter Gewalt – auch im Bundesland Bremen. Die unterschiedlichen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit äußern sich, ebenso wie ein zunehmend aggressiver auftretender Nationalismus, immer deutlicher. Vom Arbeitsplatz bis zum Klassenzimmer sind antidemokratische Anfeindungen keine Seltenheit mehr, sondern stellen für viele Betroffene inzwischen einen wesentlichen Bestandteil ihres Alltags dar. Das Erstarken rechter Organisationen, die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien und die Androhung oder Anwendung von Gewalt münden in einem Zustand, der darauf abzielt, die Grundwerte unserer pluralistischen Gesellschaft zu zerstören.

Auch in Bremen und Bremerhaven sind diese Entwicklungen spürbar. So konnten sich in den letzten Jahren Netzwerke mit einem extrem rechten Weltbild im Bundesland Bremen erfolgreich etablieren. Inzwischen lässt sich zudem eine Häufung rechter Aktivitäten dokumentieren: So beanspruchen Neonazis in Bremerhaven zunehmend den öffentlichen Raum. Wie auch im Bremer Stadtgebiet, kam es hier vermehrt zu gewalttätigen Übergriffen. Die Vielzahl von Angriffen auf Parteibüros, antisemitische Schmierereien im Stadtbild, Drohbriefe an Privatpersonen und gesellschaftliche Institutionen sprechen eine deutliche Sprache. Brandanschläge im Stadtgebiet sowie im Bremer Umland, die mutmaßlich demselben Täter*innenkreis zuzuordnen sind, ergänzen dieses Bild. Zurzeit vergeht kaum eine Woche ohne entsprechende Vorkommnisse.

Diese Entwicklungen kritisch einzuordnen, zivilgesellschaftliche Initiativen, pädagogische Einrichtungen wie auch Privatpersonen im Umgang damit nachhaltig zu unterstützen, ist Aufgabe des seit Januar 2020 bestehenden Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in Bremen und Bremerhaven.

Die in Trägerschaft des LidiceHaus gGmbH angesiedelte Mobile Beratung wird in Bremen im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Bremischen Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport gefördert.

Zielsetzung ist es, die vorhandenen Schwierigkeiten und Unsicherheiten im Umgang mit diesen gesellschaftlichen Phänomenen aufzulösen, solidarische Netzwerke zu knüpfen und so lokale Prozesse gegen menschenfeindliche Positionen zu stärken. Das Beratungsangebot gewährleistet kurzfristige, unbürokratische und kostenlose Unterstützung. Auf Wunsch aufsuchend und anonym steht es interessierten Einzelpersonen, pädagogischen Multiplikator*innen, Organisationen und Betrieben mit seiner Fachexpertise beratend zur Seite.