Geisterspiele könnten tausende von Fans anziehen

29. April 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Unmittelbar im Vorfeld der erneuten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ländern über die Corona-Epidemie hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) noch einmal an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) appelliert, die Folgen von möglichen Geisterspielen zu überdenken. „NRW ist der Fußballstandort Nummer eins. Es gibt es sogar mehrere Clubs, die sich noch Chancen auf den Titel ausrechnen. Deshalb ist nachvollziehbar, dass sich Laschet in den vergangenen Tagen für einen baldigen Neustart der Bundesliga ausgesprochen hat. Dabei hat er aber die Folgen der Geisterspiele nicht genügend berücksichtigt“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Maatz.
Nach Meinung der Politiker und der Deutschen Fußball Liga (DFL) bleiben die Geisterspiele ohne Folgen für die Verbreitung des Corona-Virus, weil die Mannschaften vor leeren Rängen spielen. Das ist nach Einschätzung der GdP aber eine Illusion. „Wir wissen noch immer viel zu wenig, wie der Corona-Virus gestoppt werden kann. Aber wir wissen, dass auch Geisterspiele tausende von Fußballfans anlocken können, die live dabei sein wollen, wenn ihre Mannschaft spielt. Sei es im Umfeld der Stadien, vor den Mannschaftshotels oder irgendwo sonst in den Innenstädten“, sagte Maatz.

„Kommt es zu größeren Ansammlungen von Fans, muss die Polizei dagegen vorgehen. Auch wenn sich die Polizisten dabei selber in Gefahr bringen, mit dem Virus infiziert zu werden.“

Die GdP befürchtet zudem, dass durch einen frühzeitigen Neustart der Bundesliga auch in anderen Bereichen die Akzeptanz der bestehenden Abstands- und Kontaktregeln schwinden wird. „Das ist eine Entwicklung, die wir auf jeden Fall verhindern müssen.“