Zurück zur Normalität – aber bitte nicht so!

27. April 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Hessen, Interessenvertretungen | Drucken

Während viele Menschen Sorgen um die eigenen wirtschaftlichen Existenzen plagen, andere durch ihre Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Alten- und Pflegeeinrichtungen, bei Feuerwehr, Rettungsdiensten und der Polizei für ein geordnetes Miteinander auch in Krisenzeiten sorgen, überbieten sich derzeit im politischen Raum Verantwortliche der DFL und einige Ministerpräsidenten mit Forderungen zu einer Rückkehr „in den Normalbetrieb aus sportlicher Sicht“.

Es dauerte, bis sich die Einsicht entwickelte, dass die körperliche Unversehrtheit als Grundrecht nur über die Bewahrung und das Abwägen gegenüber anderen Grundrechten wie der Bewegungsfreiheit zu erhalten ist, beziehungsweise wiederhergestellt werden kann.

In Nachtragshaushalten in den Ländern werden Milliardensummen bereitgestellt, die letztlich als „Schuldengeld“ von allen Steuerpflichtigen zurückbezahlt werden müssen.

Die Diskussion um die Fortsetzung der Bundesliga mit der Durchführung von Spielen vor leeren Rängen ist Beleg dafür, dass dem Milliardengeschäft Fußball in Deutschland Vorrang eingeräumt werden soll.

Die sogenannten Geisterspiele dürften in Pandemiezeiten nicht zu Menschenansammlungen vor den Stadiontoren führen, stellte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek in Berlin fest. „Dies ist wegen der steigenden Ansteckungsgefahr für jeden Fußballanhänger nicht nur untersagt, sondern zugleich unverantwortlich angesichts tausender Krankenhausmitarbeiter, die rund um die Uhr um das Leben Schwersterkrankter kämpfen“, betonte der stellv. Bundesvorsitzende.

Wenn sich Fangruppen in Folge der Geisterspiele vor den Stadiontoren sammeln, ist der Einsatz der Polizei gefragt!
Der stellv. Landesvorsitzende der GdP Hessen, Jens Mohrherr zeigt sich darüber hinaus besorgt: „Existenzbedrohende Ängste vieler Menschen, welche die Pandemiekrise bereits hervorgerufen hat und auch noch weiter hervorrufen wird, stehen im absoluten Kontrast zum Milliardengeschäft Fußball. Wie geht es eigentlich den Helfenden in der Krise?

Das zunehmende politische Reizklima in der gesellschaftlichen Wahrnehmung dreht sich spiralförmig in rasanter Geschwindigkeit. Gastronomiegewerbe, Hotel- und Beherbergungsstätten, Freizeitsportanbieter und nicht zuletzt kommunale Einrichtungen wie Schwimmbäder und andere öffentliche Freizeitstätten geraten an wirtschaftliche Grenzen.

Um vor die Lage kommen zu können, bedarf es politischer Entscheidungen, die die Bevölkerung vor Infektionsgefahren nachhaltig schützen.