GdP Berlin fordert transparenten Umgang und ernsthafte Beschäftigung mit Gesundheitsgefahren

27. April 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Dank des Engagements von Grünen-Politiker Benedikt Lux beschäftigt sich der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses am heutigen Montag mit den Gesundheitsgefahren durch PAK-haltigen Parkettkleber, der für erhöhte Schadstoff-Konzentrationen in der Unterkunft Schulzendorf verantwortlich ist. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat in den vergangenen Monaten bereits mehrfach die Behördenleitung, den Arbeitsschutz sowie die BIM zum Handeln aufgefordert und vor ähnlichen Folgen wie bei den Schießständen gewarnt.

PAK – krebserregend, erbgutverändernd, toxisch

„Der bisherige Umgang mit der Thematik ist ein Armutszeugnis und eine Verweigerung jeglicher Fürsorgepflicht. Es geht hier um die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen, die fahrlässig riskiert wird. Die jahrelangen Versäumnisse bei den Schießständen sollten eigentlich genug sensibilisiert haben. Man kann aber natürlich auch die drei Affen mimen und nichts tun“, so GdP-Landesvize Stephan Kelm am Montagmorgen. In der Tat beschäftigt sich die GdP seit Längerem mit der Problematik, steht seit mehr als einem Jahr dazu im engen Austausch mit der BIM, hat mit ihr über Maßnahmen gesprochen. Auf ein angekündigtes Sanierungskonzept wartet die GdP aber weiterhin. In Haus 4, Raum 121 am Standort Ruppiner Chaussee wurden bei Messungen mehrfach erhöhte Schadstoffwerte festgestellt. Zurückgeführt werden diese auf den PAK-haltigen Parkettbodenkleber, der in den 60er- und 70er-Jahren vielfach verwendet wurde. Viele PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) gelten als krebserregend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend, einige gelten als persistent, bioakkumulierend und toxisch für Menschen. Zur Aufnahme reichen längere Berührungen, aber auch das Einatmen belasteter Luft.

GdP hofft auf engagierte und lösungsorientierte Debatte

„Alles, was der Behördenleitung bisher eingefallen ist, sind Empfehlungen zum regelmäßigen Lüften, zur verstärkten Reinigung und, dass dort doch bitte nur gesunde Menschen arbeiten sollen, ohne zu sagen, was genau das bedeutet. Man hält uns seit Monaten hin, übergeht teilweise zuständige Personalräte statt das zu tun, was notwendig wäre – Die Schließung der Räume und sofortige Sanierung. Wir sind unserem Fördermitglied Benedikt Lux sehr dankbar, dass er das Thema auf die Tagesordnung gebracht hat und hoffen auf eine engagierte und lösungsorientierte Debatte“, so Kelm. Die Gewerkschaft verweist zudem darauf, dass die Problematik nicht allein den Standort Schulzendorf betrifft, wo im Übrigen auch die BFRA der Feuerwehr unterbracht ist. Auch andere Dienststellen der Polizei, z. B. das Präsidium am Platz der Luftbrücke, könnten belastet sein. Im März hat der zuständige Personalrat bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.