Innenminister dankt Bundeswehr für personelle Unterstützung im Einsatz gegen Corona

24. April 2020 | Themenbereich: Brandenburg, Innere Sicherheit | Drucken

Die Bundeswehr in Brandenburg unterstützt seit Dienstag (21.04.2020) mehrere Gesundheitsämter in Brandenburg bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Die Brandenburger Landesregierung hatte diese Amtshilfe beantragt, um personell stark ausgelastete Gesundheitsämter gezielt unterstützen zu können. Um sich über den Start diese Unterstützungsleistung zu informieren, besuchten heute die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, und Brandenburgs Minister des Inneren, Michael Stübgen, gemeinsam das Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen. Dort sind zehn Soldaten des Informationstechnikbataillons 381 aus Storkow eingesetzt.

Innenminister Stübgen dankte der Verteidigungsministerin im Namen der Landesregierung für die schnelle und direkte Hilfe der Bundeswehr. Die jetzt gestartete Unterstützungsleistung sei bisher einmalig in Deutschland, so Stübgen. „Ob Hochwasser oder Waldbrand – wir können uns in Brandenburg immer auf die großartige Unterstützung der Bundeswehr verlassen. Auch im Einsatz gegen die Viruspandemie stärken uns die Soldatinnen und Soldaten den Rücken. Dafür ist Brandenburg der Bundeswehr sehr dankbar. Die Nachverfolgung von Infektionsketten ist das effizienteste Mittel zur Eindämmung des Virus. Dafür braucht man aber viel Personal. Deswegen ist die Hilfe der Bundeswehr ein enorm wichtiger Beitrag. Wir beschreiten damit vollkommen neue Wege. Diese Art der Unterstützung hat es bisher noch nicht gegeben. Ich bin mir aber sicher, dass das Brandenburger Modell deutschlandweit Schule machen kann.“

Hintergrund

Innenminister Stübgen und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer nutzten den Termin, um mit dem Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge, der Leiterin des Gesundheitsamtes Königs Wusterhausen, Dr. Astrid Schumann, und dem Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, Oberst Olaf Detlefsen, den Start der Unterstützungsleistung zu besprechen.

Die Landesregierung hatte die Unterstützung am 10.04.2020 beantragt, am 21.04.2020 haben die Soldaten ihre Arbeit aufgenommen. Insgesamt werden 19 Teams mit jeweils fünf Soldaten in acht verschiedenen Gesundheitsämtern eingesetzt. Der Einsatz richtet sich nach dem Bedarf, der sich aus Infektionsaufkommen und vorhandenem Personal im Gesundheitsamt ergibt. Bei Lageänderung können einzelne Teams kurzfristig und flexibel umgesetzt werden.

In folgenden Regionen kommt die Hilfeleistung momentan zum Einsatz: Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Barnim, Cottbus, Dahme-Spreewald, Oberhavel, Havelland und Märkisch-Oderland.

Den Schwerpunkt der Unterstützungsleistungen bildet das Nachverfolgen von Infektionsketten im Zusammenhang mit dem aktuellen Corona-Virus. Diese Nachverfolgung bedeutet einen enormen Personaleinsatz, den die Gesundheitsämter nicht alle leisten können.

Konkret führen die im Gesundheitsamt Königs Wusterhausen und in den anderen Gesundheitsämtern eingesetzten Soldaten Telefoninterviews nach einem standardisierten Musterfragebogen. Die Soldaten agieren unter der Aufsicht des Gesundheitsamtes und nehmen keine hoheitlichen Aufgaben wahr.

Die Unterstützungsleistungen der Bundeswehr in Brandenburg koordiniert das Innenministerium gemeinsam mit dem Landeskommando Brandenburg, das seinen Sitz in der Landeshauptstadt Potsdam hat und unter anderem für die zivil-militärische Zusammenarbeit zuständig ist.