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Statistik als Beleg für erfolgreiche Sicherheitspolitik

„Thüringen ist ein sicheres Bundesland mit einer stabilen Sicherheitslage“, resümierte heute (19. März 2020) Georg Maier, Thüringer Minister für Inneres und Kommunales, bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019 und zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. „Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, liegt erneut deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die Anzahl der registrierten Delikte 2019 ist ebenfalls gesunken. Hierzu zählen Diebstahlsdelikte wie z.B. Wohnungseinbruchdiebstähle“, erklärte der Innenminister. Hingegen hätten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zugenommen, ergänze Maier. „Die Aufklärungsquote aller Straftaten liegt immer noch über dem Bundesdurchschnitt. Die erreichten Ergebnisse sind im Wesentlichen dem Wirken unserer thüringischen Polizeibeamtinnen und –beamten zu verdanken“, betone der Minister.

Thüringen verzeichnet eine Aufklärungsquote von 61,1 Prozent (2018: 66,1 Prozent). Das bedeutet, dass bei mehr als 79.000 Straftaten mindestens ein Tatverdächtiger namhaft gemacht werden konnte. Wenngleich noch nicht alle Kriminalitätsstatistiken veröffentlich wurden, ist dennoch absehbar, dass Thüringen trotz des Rückgangs der Quote weiterhin im vorderen Drittel der Rangliste bleibt, so Minister Maier.

Aus der Statistik lassen sich wesentliche Trends ableiten. Seit 2016 sind die insgesamt erfassten Straftaten auf eine absolute Zahl von 129.301 Fälle (2018: 143.158) gesunken. Dies bedeutet für Thüringen den niedrigsten Wert seit Beginn der PKS-Erfassung 1993. Die Kriminalitätsbelastung, also wie viele Straftaten pro 100.000 Einwohner begangen werden (Häufigkeitszahl) betrug 2019 6.033 (2018: 6.655) und war damit ebenfalls noch nie so niedrig wie zu Beginn der PKS-Erfassung. Die rückläufige Tendenz registrierter Straftaten manifestiert sich in so gut wie allen wesentlichen Kriminalitätsbereichen. Dies gilt für Kapitaldelikte wie Mord und Totschlag, für Rohheitsdelikte wie Raub und Nötigung, für einfache Fälle des Diebstahls und Diebstähle unter erschwerenden Umständen ebenso wie für Vermögensdelikte wie Betrug und Geldfälschung, für Computerkriminalität/Cybercrime und im Besonderen auch für die Rauschgiftkriminalität.

Ausgewählte Kriminalitätsfelder

Diebstahlskriminalität

Dieser Bereich stellt mit 27,0 Prozent (2019: 34.952, 2018: 37.823) den höchsten Anteil an der gesamten Kriminalitätsbelastung in Thüringen dar. 2019 konnte hier ein Rückgang um -7,6 Prozent konstatiert werden. Beim einfachen Diebstahl (2019: 19.227, 2018: 21.466)) fällt der Rückgang mit etwa zehn Prozent erheblicher aus, als beim schweren Diebstahl mit knapp vier Prozent (2019: 15.725, 2018: 16.357). Im Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl sind nachhaltige Bekämpfungserfolge zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Fallzahlen um fast ein Fünftel auf weniger als 1.000 (997 Fälle, 2018: 1.236, -19,3%) zurück. Dieser Erfolg liegt vor allem in akribischer polizeilicher Ermittlungsarbeit begründet.

Gewaltkriminalität

2019 ist ein deutliches Absinken der Fallzahlen der Gewaltkriminalität festzustellen. Mit 3.770 Fällen ergibt sich ein minus von 16,2 Prozent gegenüber 2018 (4.500). Damit wird wieder das niedrige Niveau des Jahres 2015 erreicht. Insbesondere wird auf Delikte der gefährlichen und schweren Körperverletzungen sowie Raubdelikte hingewiesen, welche einen Rückgang um jeweils ca. 15 Prozent verzeichnen.

Im Bereich der Tötungsdelikte, einem Teilbereich der Gewaltkriminalität, kann Thüringen auf eine hohe Aufklärungsquote vorweisen. Um diesen schweren Straftaten gegen das Leben zukünftig mit sehr hohem Spezialisierungsgrad noch professioneller begegnen zu können, hat Innenminister Maier organisatorische Veränderungen veranlasst. „Die Thüringer Polizei bereitet aktuell die Schaffung einer ‚Mordkommission‘ zur Aufklärung von Kapitalverbrechen als festes Strukturelement der Polizeiorganisation vor. Ich gehe davon aus, dass die Mordkommission noch im ersten Halbjahr 2020 ihre Arbeit im Landeskriminalamt Thüringen aufnehmen wird“, so Minister Maier.

In dem speziellen Teilbereich der Gewaltdelikte, welche mit Messern begangen werden ist festzustellen, dass sowohl die Gesamtzahl der erfassten Messerangriffe als auch die Zahlen der Bedrohungen und gefährlichen und schweren Körperverletzungen mit einem Tatmittel Messer zurückgegangen sind. Es bedarf noch weiterer Abstimmungen zwischen den Ländern und dem Bund, um künftig Delikte unter Verwendung eines Messers als Tatmittel bundeseinheitlich in der Polizeilichen Kriminalstatistik abzubilden. In Thüringen wird ab dem Berichtsjahr 2020 eine einheitliche Abbildung von Messerangriffen in der PKS erscheinen.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Hier ist mit insgesamt 1.827 Fällen (2018: 1.945) ein Anwachsen der Fallzahlen zu verzeichnen. Allerdings ist aufgrund von Gesetzesänderungen und daraus resultierender struktureller und inhaltlicher Änderungen der Zuordnung dieser Delikte in der PKS ein direkter Vorjahresvergleich nicht valide. „Dennoch ist die Steigerung ein Hinweis, dass präventiver und repressiver Handlungsbedarf besteht“ sagte Maier.

Rauschgiftkriminalität

Nach dem vermeintlichen Rekordhoch im Jahr 2017 und einem weiteren Anstieg um nochmals fast 1.000 Straftaten im Jahr 2018 ist hier gegenüber 2019 erstmals seit 1993 ein Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen. Dieser fällt mit 1.460 Fällen weniger auch sichtbar aus (2019: 11.692). Diese Tendenz zieht sich durch alle Teilbereiche des illegalen Missbrauchs von Betäubungsmitteln. Sowohl im Feld der so genannten allgemeinen Delikte als auch bei den qualifizierten Fällen des Handels und Schmuggels sind sinkende Fallzahlen zu verzeichnen.

Bei der Rauschgiftbekämpfung liegen nach wie vor illegale Amphetamine, insbesondere das gefährliche Crystal Meth im Fokus der polizeilichen Kontroll- und Ermittlungstätigkeit. Die Sicherstellungsmenge von Methamphetamin konnte 2019 auf fast 75 Kilogramm erheblich gesteigert werden. Die Anzahl der so genannten „Drogentoten“ ist 2019 gestiegen. 23 Männer und drei Frauen sind an den Folgen missbräuchlichen Drogenkonsums verstorben.

Wirtschaftskriminalität

Auch 2019 ist ein Rückgang zu vermerken. Mit 519 Fällen (2018: 1.204) wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Auffällig ist, dass trotz Halbierung der Fallzahlen sich die Schadenssumme von 12 Mio. Euro auf 25 Mio. Euro mehr als verdoppelt hat. Sie liegt damit in etwa bei den jahren 2016 (27 Mio. Euro) und 2017 (28 Mio. Euro).

Cybercrime

In diesem Deliktsfeld ist die Fallzahl beinahe unverändert zu den Vorjahren geblieben. Hier gibt es einen moderaten Rückgang um weniger als vier Prozent (2019: 2.424, 2018: 2.517). Allerdings ist hier eine Verschiebung von Fälschungen von beweiserheblichen Daten im elektronischen Bereich zu Straftaten im Bereich des Abfangens von Daten und der Datenhehlerei zu beobachten. Letzteres stieg um 7,0 % an.

Opfer/Tatverdächtige

2019 waren hier rückläufige Zahlen zu verzeichnen. Es wurden insgesamt 23.891 Opfer (2018: 30.073) registriert. Dieser Rückgang zeigt sich erwartungsgemäß besonders bei den Erwachsenen (2019: 17.515, 2018: 22.585). Rund 60 Prozent der registrierten Opfer waren männlichen Geschlechts. 2019 konnten 48.816 Personen als Tatverdächtige als Handelnde bei einer Straftat ermittelt werden. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um – 15,4 % (2018: 57.692).

Von den fast 49.000 ermittelten Tatverdächtigen haben 8.514 Personen (17,45 Prozent) keine deutsche Staatsbürgerschaft. Der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer unter diesen nichtdeutschen Tatverdächtigen beläuft sich mit 4.137 Personen auf 48,6 Prozent und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verringert. Bezogen auf die Tatverdächtigen insgesamt, also die deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen, beträgt der Anteil tatverdächtiger Zuwanderer 8,5 Prozent.