458 Verkehrstote sind kein Grund zum Jubeln!

26. Februar 2020 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der leichte Rückgang der Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr in NRW um 32 auf 458 getöteten Menschen ist für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kein Grund zur Entwarnung. „458 Verkehrstote heißt doch nichts anders, als dass in NRW kein Tag vergeht, an dem nicht mindestens ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben kommt. Das ist angesichts der immer sicherer werdenden Autos vollkommen inakzeptabel“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Heiko Müller zu der heute bekanntgewordenen Verkehrsunfallbilanz für 2019. „Da nutzt es auch nichts, wenn Innenminister Herbert Reul darauf verweist, dass die Zahl an Verkehrstoten die niedrigste seit 1953 ist. Es könnten viel weniger Tote und Schwerverletzte sein, wenn die Polizei der Verkehrsüberwachung endlich wieder die Bedeutung zukommen lässt, die sie braucht“, erläuterte Müller.
Weil die Polizei immer mehr zusätzliche Aufgaben wahrnehmen muss, ist die Zahl der Verkehrskontrollen in den vergangenen Jahren stark gesunken. „Wer auf einem Schützenfest oder in einer Disco Alkohol getrunken hat, musste früher damit rechnen, dass er in eine Alkoholkontrolle gerät. Das gibt es heute so gut wie nicht mehr“, kritisiert der stellvertretende GdP-Vorsitzende. „Auch das Risiko, als Raser und Drängler aus dem Verkehr gezogen zu werden, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, trotz der wachsenden Zahl der stationären Blitzer. Selbst überladene LKW fallen heute kaum noch auf, weil nicht genügend Polizisten auf der Straße sind.“

Handlungsbedarf sieht die GdP auch bei der technischen Ausstattung der Verkehrsdirektion der Polizei. „Wir brauchen dringend Drohnen zur Verkehrsüberwachung, mehr bewegliche Blitzer und die Abschnittskontrolle, bei der nicht die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke. Die Konzepte dazu sind längst entwickelt, sie müssen endlich umgesetzt werden“, fordert die GdP.