Innenminister Beuth zu den Geschehnissen in Hanau

21. Februar 2020 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

„Die schreckliche Gewalttat der vergangenen Nacht in Hanau erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich schnelle und vollständige Genesung.

Angesichts der derzeit vorliegenden Erkenntnisse müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv und einem Anschlag auf unsere freie und friedliche Gesellschaft ausgehen, den ich aufs Schärfste verurteile. Als Demokraten müssen wir nun geschlossen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit zusammenstehen.

Die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Nacht werden zur Stunde unter Hochdruck ermittelt. Nach derzeitigem Kenntnisstand handelt es sich bei den Tatorten um zwei Bars am Heumarkt. Außerdem wurde ein Fahrzeug in der Kesselstadt beschossen. Ein weiterer Tatort ist am Kurt-Schumacher-Platz in Hanau. Bei den Schüssen wurden nach derzeitigem Stand neun Menschen getötet, eine Person schwer verletzt und eine unbekannte Zahl weiterer Personen verletzt. Das Gebiet wurde sofort weiträumig abgesperrt; Notinterventionskräfte der hessischen Polizei waren im Einsatz.

Dank Zeugenaussagen und Überwachungsvideos konnten rasch Hinweise auf den mutmaßlichen Täter gewonnen werden. Unter anderem konnte das Fluchtfahrzeug identifiziert werden. Bei dem Halter des Fahrzeugs handelt es sich um einen 43-jährigen deutschen Hanauer. Bei der Betretung und Durchsuchung der Wohnanschrift durch das Spezialeinsatzkommando wurden zwei weitere Personen tot aufgefunden. Hierbei handelt es sich um die 72-jährige Mutter und den mutmaßlichen Täter selbst. Beide wiesen Schussverletzungen auf. Die Tatwaffe wurde bei dem mutmaßlichen Täter gefunden. Bislang liegen keine Hinweise auf weitere Täter vor.

Die polizeiliche Lage wurde zunächst durch das Polizeipräsidium Frankfurt als Sonderlage geführt und wird nun durch das Hessische Landeskriminalamt übernommen. Der Generalbundesanwalt hat die Übernahme der Ermittlungen erklärt. Wir werden die Ermittlungen des Generalbundesanwalts nach Kräften unterstützen und stehen im engen Kontakt mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder.“