Solche Bluttaten sind in freier Gesellschaft nicht auszuschließen

20. Februar 2020 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Nach den erschütternden Ereignissen von Hanau warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor vorschnellen Schlussfolgerungen oder nicht durchdachten Forderungen zu Gesetzesverschärfungen. „Den Ermittlern muss jetzt die nötige Zeit und Ruhe zugestanden werden, die Hintergründe der schrecklichen Tat aufzuklären. Erst dann ist der Punkt gekommen, über mögliche zielführende Konsequenzen zu debattieren“, betonte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Frankfurt (Main).

Fakt sei, dass in einer offenen und freiheitlichen Gesellschaft solche menschenverachtenden Straftaten nicht auszuschließen seien. Selbst vor diesem Hintergrund lehne eine demokratische Gesellschaft wie hierzulande jedoch einen sogenannten Polizei- und Überwachungsstaat zu Recht ab, stellte Radek fest. Vielmehr komme es darauf an, dass die Sicherheitsbehörden effektiv vernetzt seien, und über genügend erfahrenes Personal verfügten.

Nicht vergessen werden dürfe, welchen großen Anforderungen sich polizeiliche Einsatzkräfte angesichts solcher brutalen Taten stellen müssten, erklärte der stellvertretende hessische GdP-Landesvorsitzende Jens Mohrherr. „Unsere Beamtinnen und Beamten sind auch nur Menschen, und Einsatzbilder bleiben mit Sicherheit bei vielen in den Kleidern hängen.“ Potenzielle und tatsächliche psychische Belastungen der Kolleginnen und Kollegen müssten noch stärker in den Fokus gerückt werden.