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Presseerklärung zur Preko PKS 2019

Die registrierte oder registrierbare Kriminalität ist in Hamburg auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren gefallen. Ein Grund zur Freude? Ja! Ist der Kampf gegen die Kriminalität gewonnen? Wohl eher nicht!
Sicherlich sind rückläufige Fallzahlen beim Wohnungseinbruch, Autodiebstahl, Raub sehr erfreulich und bestimmt auch eine Folge der Arbeit von ca. 10.000 Beschäftigten der Hamburger Polizei. Aber wie weit haben Entdeckungsfurcht und Abschreckung durch eine zu erwartende Strafe tatsächlich Einfluss auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)?

Wieder einmal wird in der Pressekonferenz zur PKS 2019 erfolglos versucht werden, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt mit sinkenden Fallzahlen zu beeinflussen. Die Kriminalitätsfurcht in der Stadt ist so groß wie nie zuvor. Die Belastung der im LKA beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht gleichwohl ungeahnte Höhen. Dies passt augenscheinlich nicht zu den gefeierten Zahlen.

Warum ist das so? An der Beantwortung dieser Frage hat die Politik – wie gewohnt – kein Interesse!!

Wer überfällt heute noch eine Bank, in dem Wissen, kaum noch Geld erbeuten zu können, dafür aber viele Jahre Haft zu riskieren? Viel lohnender ist es beispielsweise im Internet zu betrügen. Hier ist das Entdeckungsrisiko gering und die Tat wird maximal mit einer Geldstrafe geahndet. Wie praktisch, dass ein Betrug im Internet nur den Weg in die PKS findet, wenn der Tatort bekannt ist. Bei einer Tat im Internet eine absurde Vorgehensweise! Denn gerade Cybercrime-Straftaten sind beispielgebend dafür, dass Täter anonym handeln und der Tatort zumeist unmöglich zu ermitteln ist. Die Arbeit bei der Kriminalpolizei ist angefallen, das Opfer wurde betrogen und die Fallzahlen sinken trotzdem…

Die Spielregeln der PKS werden von denjenigen immer wieder angepasst und verändert, die sie veröffentlichen – der Politik.

Der BDK schaut deshalb mit Spannung auf das Projekt SKiD (Befragung zu „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland) der Kriminologischen Forschungsstelle des LKA Hamburg, welches im nächsten Jahr mittels wissenschaftlicher Methoden bisher nicht feststellbare Dunkelfeldkriminalität in die PKS einfließen lässt und damit zu einer belastbareren Abbildung der Kriminalitätszahlen dieser Stadt beitragen wird. Mal sehen, ob es die Politik dann wirklich so weit kommen lässt.