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“Angriffe auf Sicherheitskräfte machen mich fassungslos”

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortet die zunehmende Anzahl von deutschen Kommunen ausgesprochener „Böllerverbotszonen“ für das Abbrennen von Pyrotechnik an Silvester. Das hohe Verletzungsrisiko sowie unkalkulierbare Brandgefahren sind dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek zufolge gute Gründe genug, um privates Feuerwerk an bestimmten Orten konsequent zu untersagen. „Bereits kurz nach Mitternacht melden manchen Medien bereits erste, teils tragische Zwischenfälle. Unvorsichtigkeit, Alkoholkonsum, aber auch Rücksichtslosigkeit sind im wahrsten Sinne explosive Brandbeschleuniger.“ Dort, wo viele Menschen zusammen kämen, sei es auf großen Plätzen oder in engen Altstadtgassen, müssten die Kommunen Verantwortung übernehmen, sagte Radek am Freitag in Hannover.
Fassungslos machten ihn die zunehmenden Angriffe auf Polizei, Feuerwehren und Rettungskräfte. Es würden Raketen abgefeuert, Flaschen und Steine geworfen, Kräfte mit Eisenstangen attackiert, sie angespuckt, gebissen oder getreten. „Ich finde nicht die geringste Rechtfertigung für das bewusste Behindern oft lebensrettender Maßnahmen“, betonte Radek.

Der GdP-Vize machte deutlich, dass trotz oft widrigster Umstände die Sicherheitskräfte auch an diesem Silvester hoch motiviert ihre Einsätze fahren werden. „Diese Menschen, unsere Kolleginnen und Kollegen, die anderen Menschen in Not einfach nur helfen oder unter Einsatz der eigenen körperlichen Unversehrtheit Schaden abwenden wollen, gebührt uneingeschränkter Respekt. Dieser Respekt darf nicht einer überbordenden Selbstbezogenheit geopfert werden. Unsere Gesellschaft kann und sollte an solchen Tagen ein eindeutiges Statement für das Engagement ihrer Sicherheitskräfte abgeben“, forderte Radek.

Natürlich wäre es blauäugig zu glauben, mit solchen Appellen wirklich jede und jeden zu erreichen. Radek: „Es wird immer irgendwen geben, der sich nicht im Griff hat, vorsätzlich Gewalt anwenden oder randalieren will. Damit kann die Polizei professionell umgehen.“ Schwieriger werde es nur dann, wenn polizeiliche Maßnahmen im direkten Einsatz offensiv in Frage gestellt werden. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind es mittlerweile gewohnt, dass ihre Einsätze beobachtet und in sozialen Medien bewertet werden. Es spricht auch nichts dagegen, Einsätze juristisch prüfen zu lassen. Dazu hat jeder Bürger ein Recht. Aber alles zu seiner Zeit“, sagte der Gewerkschaftsvize.