Von der Uni in den Justizvollzug

6. Dezember 2019 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die ersten Stipendiaten für das Studienfach Rechtspsychologie starten in das Berufsleben

Zwei Jahre lang haben sie gelernt, geforscht und gebüffelt, nun freuen sie sich über ihren Abschluss: Die ersten beiden Justiz-Stipendiaten für den Schwerpunkt „Rechtspsychologie“ haben kürzlich ihr Master-Studium an der Universität Hildesheim erfolgreich beendet. Der Staatssekretär im Niedersächsischen Justizministerium, Dr. Stefan von der Beck, beglückwünschte die beiden Absolventen – eine Frau und einen Mann – am Donnerstag in Hannover.

Dr. von der Beck: „Die beiden Stipendiaten haben im Rahmen ihrer Ausbildung gezeigt, dass sie qualifiziert und gerüstet sind, um der anspruchsvollen Tätigkeit als Psychologen im Justizvollzug nachzugehen. Sie werden nun für mindestens fünf Jahre in der Justizvollzugsanstalt Lingen und in der Jugendanstalt Hameln eingesetzt und erhalten sofort Berufspraxis. In der täglichen Arbeit mit Strafgefangenen haben sie die Möglichkeit, ihr fundiertes Wissen anzuwenden und an der Resozialisierung von Gefangenen mitzuwirken. Die Idee eines studienbegleitenden Stipendiums hat sich bereits jetzt als Erfolgsmodell erwiesen.“

Im Jahr 2017 wurde vom Niedersächsischen Justizministerium gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein Studiengang Rechtspsychologie (M.Sc.) an der Universität Hildesheim eingerichtet. Seitdem stellen das Justizministerium und das Sozialministerium pro Jahr jeweils zwei Stipendien für den Masterstudiengang Psychologie mit dem Studienschwerpunkt Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim bereit. Durch diese Stipendien soll gezielt Nachwuchs für die niedersächsischen Vollzugseinrichtungen gewonnen werden. Den Stipendiaten wird nach erfolgreichem Abschluss des Studiums ein Einstellungsangebot des Landes Niedersachsen unterbreitet. In diesen Wochen finden die Auswahlentscheidungen für den nächsten Jahrgang statt. Die ausgewählten Studierenden erhalten monatlich ein Stipendium von 1.200 Euro und absolvieren während des Studiums eine verlängerte Praxisphase in Einrichtungen des Maßregel- und Justizvollzuges.

Das Niedersächsische Justizministerium informiert zu gegebener Zeit darüber, wann im Jahr 2020 die nächste Bewerbungsphase um ein Stipendium beginnt.