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Erste Absolventen des Studiengangs Gerichtsvollstrecker/in

Die ersten 26 Graduierten des bundesweit einzigen Studiengangs Gerichtsvollzieher/in feiern ihren Abschluss. Der Studiengang lehrt vertiefte Kenntnisse des materiellen und des Vollstreckungsrechts.

In einer Feierstunde an der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen hat Justizminister Guido Wolf den ersten 26 Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollziehern Deutschlands mit Bachelor-Studienabschluss ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Als Reaktion auf die Herausforderungen immer komplexer werdender Vollstreckungsbedingungen hat das Land im Jahr 2016 die Ausbildung der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher auf ein Hochschulstudium umgestellt: An der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen wird daher seit September 2016 der Bachelorstudiengang Gerichtsvollzieher/in (LL.B.) angeboten. 26 Absolventinnen und Absolventen haben diesen Studiengang nun erfolgreich abgeschlossen.

Justizminister Guido Wolf sagte in seiner Festrede: „Sie haben 2016 mit Beginn des Studiums als Gerichtsvollzieheranwärterinnen und -anwärter im wunderschönen Schloss Schwetzingen Geschichte für die Justiz in Baden-Württemberg und sogar in ganz Deutschland geschrieben. Sie sind nun bundesweit die ersten Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher im gehobenen Justizdienst, die den Hochschulgrad Bachelor of Laws führen.

Wolf weiter: „Die Aufgaben der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher und die Anforderungen an sie unterliegen einem grundlegenden Wandel. Inzwischen werden von Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollziehern vertiefte Kenntnisse des materiellen und des Vollstreckungsrechts erwartet. Zugleich brauchen Sie Verhandlungsgeschick, ein schnelles Verständnis für die wirtschaftliche Gesamtsituation des Schuldners und in besonderer Weise auch psychologisches Einfühlungsvermögen. Einem Mehr an Vollstreckungsbefugnissen steht damit auch ein Mehr an Verantwortung gegenüber. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, diesen gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen und die Gerichtsvollzieherausbildung in ein Hochschulstudium zu überführen.“
Kommunikation, interkulturelle Kompetenz und Deeskalationstechniken

Besonders ehrten Minister Wolf sowie der Rektor der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen, Frank Haarer, und Prorektor Rainer Hock, die Jahrgangsbeste Theresa Badstuber aus Ebersbach-Musbach (Landkreis Ravensburg). Sie erreichte die exzellente Abschlussnote von 11,19 Punkten.

Das Bachelorstudium dauert drei Jahre. Schwerpunkte des Studiums bilden das Zwangsvollstreckungsrecht, das Zustellungsrecht, das Gerichtsvollzieherkostenrecht und das Bürgerliche Recht. Daneben werden die Studierenden unter anderem in Kommunikation, interkultureller Kompetenz und Deeskalationstechniken geschult. Während des zweiten Studienjahres steht die praktische Ausbildung bei einem Amtsgericht und Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollziehern im Mittelpunkt.