Senat beschließt Drogenkonsumraum

4. Dezember 2019 | Themenbereich: Aktuell, Bremen | Drucken

In Bremen wird im kommenden Jahr ein Drogenkonsumraum eingerichtet. Das hat der Senat heute (3.12.2019) beschlossen Die Probleme mit der offenen Drogenszene rund um den Bahnhofsbereich haben sich in den vergangenen Monaten zugespitzt. Laut der Machbarkeitsstudie zum Drogenkonsumraum die Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard im August 2019 vorstellte, gibt es einen akuten Bedarf in Bremen für einen sicheren und hygienischen Ort für den Drogenkonsum. Der Senat hat daher beschlossen, dass zunächst im kommenden Jahr 2020 ein Drogenkonsumbus und ein Kontaktmobil eingerichtet werden, die im Bereich der Friedrich-Rauers-Straße stehen sollen. Dadurch sollen niedrigschwellige Hilfsangebote zeitnah angeboten werden.

Für das Jahr 2021 ist die Einrichtung des Drogenkonsumraums in einem festen Gebäude geplant. In dem sogenannten „Integrierten Modell“ soll der Drogenkonsumraum unter einem Dach mit bestehenden Angeboten der Drogenhilfe bestehen, da somit die Anbindung der Drogenkonsument*innen an die weiteren Hilfs- und Beratungsangebote ermöglicht werden kann. Das Gebäude soll im Areal der Friedrich-Rauers-Straße angesiedelt sein.
Senatorin Claudia Bernhard: „Das ist ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Mit einem solchen Angebot erreichen wir mehr Menschen und können sie besser unterstützen.“

Hintergrund:
Bei einem Drogenkonsumraum handelt es sich um eine Public Health-Maßnahme, die schwerstabhängigen Menschen die Möglichkeit bietet, illegale Drogen in einem geschützten Raum, von den Strafverfolgungsbehörden unbehelligt und unter hygienischen Bedingungen zu sich zu nehmen. Neben positiven gesundheitlichen Wirkungen soll die Einrichtung des Drogenkonsumraums aber auch positive Auswirkungen auf den öffentlichen Raum sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung haben.

Folgende Ziele werden mit der Einrichtung eines Drogenkonsumraums verfolgt:

Gesundheitliche Ziele

Vermeidung von Infektionen und schweren Folgeerkrankungen durch hygienische Konsumbedingungen
Verhinderung von Überdosierungen und Drogentodesfällen durch Überwachung der Konsumvorgänge und sofortige Erste Hilfe bei Überdosierungen und anderen Notfällen.
Verbesserung des Kenntnisstands zu Risiken des Drogengebrauchs durch Safer Use

Ordnungspolitische Ziele

Reduzierung der Belastung der Öffentlichkeit durch Vermeidung des sichtbaren Konsums, konsumspezifischer Verunreinigungen (Spritzen, Tablettenblister etc.) und Szeneansammlungen. Die Verlagerung des Drogenkonsums in die Einrichtung führt zu einer Entlastung des öffentlichen Raums.

Drogentherapeutische Ziele

Kontaktaufnahme und -pflege von schwer erreichbaren Drogenkonsumenten
durch einen geschützten Rahmen zur Kommunikation und zum Beziehungsaufbau. Dies ermöglicht die Vermittlung in weiterführende Hilfen (z.B. Substitution).
Die Integration der DKR in die regionalen Drogenhilfestrukturen gewährleistet zudem, dass weiterführende Hilfen „just in time“ bereitstehen oder eingeleitet werden können.