100 Jahre privater Schutz militärischer Liegenschaften

2. Dezember 2019 | Themenbereich: Security | Drucken

Bereits seit 100 Jahren schützen private Sicherheitsdienste militärische Liegenschaften in Deutschland. Darauf wies BDSW Präsident Gregor Lehnert im Rahmen einer Festveranstaltung in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Derzeit schützen ca. 8000 private Sicherheitskräfte die 450 Liegenschaften der Bundeswehr. Dafür sind im Bundeshaushaltsplan für das Jahr 2019 rund 400 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommt die Bewachung von amerikanischen Liegenschaften mit rund 2000 privaten Sicherheitskräften. Insgesamt schützen über 10000 private Sicherheitskräfte militärische Liegenschaften in Deutschland.

Diese wichtige Aufgabe war Folge des im Versailler Vertrag u. a. geforderten „100.000-Mann-Heeres“. 1919 beschloss die sozialdemokratisch geführte Regierung erstmals, die „Heeresbewachung“ von Kasernen und militärischen Liegenschaften durch private Sicherheitsunternehmen durchführen zu lassen. „18 Jahre nach Gründung der ersten Wach- und Schließgesellschaft ,1901 in Hannover, übernahmen unsere Vorgänger diese Aufgabe“ , so Lehnert

Seit Bestehen der Bundeswehr 1955 ist die Bewachung militärischer Liegenschaften für einige der Verbandsmitglieder ein wichtiges Geschäftsfeld. „Besonders in den Zeiten des „Kalten Kriegs“ in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts war der Schutz militärischer Liegenschaften eine der bedeutendsten Aufgaben für die privaten Sicherheitsunternehmen“, so Lehnert. In Zeiten des Terrorismus durch die RAF musste dann der Werkschutz, insbesondere von großen Unternehmen, professioneller werden. Der mobilitätseingeschränkte Rentner an der Pforte hatte ausgedient. Dies führte zu einem Wachstumsschub für die Branche. In den 70er und 80er Jahren setzte sich dann immer mehr die Fremdvergabe von Sicherheitsdienstleistungen durch. Die Professionalisierung der Branche nahm stetig zu.

„Durch den Fall der Mauer 1989 ergab sich eine weitere Sonderkonjunktur – vor allem in den ostdeutschen Bundesländern. Die darauf einsetzende Entspannungspolitik führte dazu, dass die Zahl der Soldaten in Deutschland von über einer Million auf knapp 200000 zurückgegangen ist. Entsprechend weniger militärische Liegenschaften gab es zu schützen. Als logische Konsequenz dieser Entwicklung – bei den rückläufigen Zahlen der Soldaten – nahm auch die Tendenz zu, militärische Liegenschaften fremd bewachen zu lassen. Die letzten militärischen Liegenschaften, die noch von Soldaten geschützt wurden, wurden vor drei Jahren fremdvergeben und somit werden alle Liegenschaften durch private Sicherheitskräfte geschützt“, so Lehnert abschließend.