Justizministerin: „Beruf des Rechtspflegers bietet viele Herausforderungen und große Verantwortung.“

21. November 2019 | Themenbereich: Justiz, Schleswig-Holstein | Drucken

Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack hat heute (20. November) die Tagung des Bundes der Rechtspfleger in Bad Boll (Baden-Württemberg) eröffnet. Dabei ging sie auch auf die hohen Anforderungen an Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger ein: “”In der Tätigkeit des Rechtspflegers verbinden sich anspruchsvolle rechtliche Prüfungen mit praktischen Lebenssachverhalten, die schnelle Entscheidungen erfordern. Ich meine: Wer entscheidungsfreudig ist und nicht an Weisungen von Vorgesetzen gebunden sein will, ist in diesem Beruf richtig. Mit dem Privileg der Weisungsfreiheit ist allerdings eine große Verantwortung für die Rechtssuchenden verknüpft, die Ihnen und den Richterinnen und Richtern anvertraut sind. Ohne Sie als zweite Säule neben der Richterschaft kann eine unabhängige Justiz nicht so praxisnah und alltagstauglich handeln, wenn es an die Rechtsanwendung geht. Diese umfassende Handlungsfähigkeit wiederum ist grundlegend und unverzichtbar für unseren Rechtsstaat. Sie haben es in der Hand, dafür Sorge zu tragen, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in unseren Rechtsstaat nicht verlieren”“, betonte Sütterlin-Waack.

Es sei unverzichtbar, mit den Rechtsuchenden ins Gespräch zu kommen, so die Ministerin. “”Dies ist auch mit Blick auf die wachsenden interkulturellen Herausforderungen nicht einfach. Sie sind seit der Flüchtlingskrise zunehmend mit Konflikten konfrontiert, deren Ursache sich Ihnen nur erschließt, wenn Sie die kulturellen Unterschiede, die den Ersuchen zugrunde liegen, erkennen und verstehen. Weitere Aspekte der Vielseitigkeit des Rechtspflegerberufs sind die vielschichtige Entwicklung der Gesetzgebung und der Justizverwaltung insgesamt. Ich denke zum Beispiel an die gesetzlichen Regelungen über die Vermögensabschöpfung, die überwiegend ohne eine entsprechende Spezialisierung nicht sachgerecht bearbeitet werden kann. Klagen aber sind hier nicht laut vernehmbar. Sie haben sich diesen Anforderungen offenbar erfolgreich gestellt””, so Sütterlin-Waack.