GdP SH appelliert an die Fürsorgepflicht des Dienstherrn

14. November 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Schleswig-Holstein | Drucken

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Torsten Jäger äußerte sich zu den Polizeieinsätzen mit bedauerlichen Todesfolgen der vergangenen Wochen wie folgt:
„Zu den Risiken des Polizeiberufes zählt leider auch die Konfrontation mit Situationen, in denen im schlimmsten Fall die Schusswaffe im Wege einer Sofortentscheidung zu ziehen ist, um Gefahren von sich oder anderen abzuwenden. Deshalb sind unsere Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit der Waffe hochprofessionell geschult und trainiert. Die drei Todesfälle der vergangenen Woche in Ahrensburg, Lübeck und Bad Oldesloe sind nach unserem Verständnis als eine zufällige Häufung bedauerlicher Einzelfälle zu klassifizieren. Es ist eine ganz individuelle Betrachtung des jeweiligen Einsatzgeschehens erforderlich. Die regelmäßige und verlässliche Nachbereitung des Einsatzgeschehens ist nicht nur nach solchen herausragenden Einsatzgeschehen, sondern nach jeder Schicht für die taktische Weiterentwicklung sowie die soziale und psychische Aufarbeitung jedes Einzelnen erforderlich. Darüber hinaus sollten professionelle Supervisionen in der Landespolizei verlässlich, regelmäßig und für alle Arbeitsbereiche eingeführt werden. Beides kostet allerdings Zeit, die bisher nicht vorhanden ist und kann nur durch einen konsequenten und fortlaufenden Personalaufbau umgesetzt werden. Nach besonderen Einsatzlagen muss der Dienstherr schnellstmöglich seiner Fürsorgepflicht nachkommen und unkompliziert Rechtsschutz für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewähren. Jeder Polizist muss sich für seine Handlungen in einem Rechtsstaat verantworten und rechtliche Verfahren gegen sich aushalten. In dieser Zeit und auch danach erwarten wir aber deutlichen Rückhalt. Das ist eine Aufgabe der Vorgesetzten, aber noch viel mehr auch Verantwortung bei den politischen Entscheidungsträgern.“